Exklusiv im RTL-Interview

Tim Mälzer über erneuten Lockdown: Hilfspakete machen Hoffnung

29. Oktober 2020 - 8:46 Uhr

Tim Mälzer: Ein bisschen Hoffnung ist zurück

Ab Montag darf Tim Mälzer in seinem Restaurant "Bullerei" in Hamburg wegen des erneuten Lockdowns keine Gäste mehr bewirten. Ein Schicksal, das er mit allen anderen Gastronomen in Deutschland teilt. "Ein erneuter Lockdown ist im ersten Moment katastrophal", sagt der TV-Koch. Trotzdem hat der Hamburger Hoffnung für seine Branche: "Das Hilfspaket sollte uns ermöglichen, durch die nächsten vier Wochen einigermaßen durchzukommen - wenn es so durchgezogen wird wie versprochen."

Gastronomen sollen bis zu 75 Prozent der Einnahmen bekommen

Am Mittwochabend verkündeten Angela Merkel und die Ministerpräsidenten die neuen Regeln zum Teil-Lockdown. Demnach müssen alle Kneipen und Restaurants ab Montag dicht machen – für vier Wochen. Als Entschädigung sollen große Firmen 70 Prozent, kleine Firmen 75 Prozent ihres Umsatzes von Bund und Ländern erhalten.

Das Hilfspaket setze ein dringend nötiges Zeichen, findet Tim Mälzer. Besonders wichtig sei jetzt, dass die Zuschüsse schnell und ohne juristische Hürden ausgezahlt werden.

Mälzer und Kollegen hatten Brandbrief verfasst

Bevor die neuen Corona-Maßnahmen beschlossen wurden, hatte Tim Mälzer noch gemeinsam mit vielen anderen Gastronomen einen Brandbrief an Kanzlerin Merkel geschickt. "In den vergangenen Tagen kippte die Stimmung gewaltig. Also auch in der Mitte, bei vielen Gastronomen, die die Maßnahmen unterstützt haben. Wir wurden in so eine schäbige Ecke gedrängt", erklärt Tim Mälzer. Die Ankündigungen nach dem Corona-Gipfel am Mittwoch stimmen ihn jetzt optimistischer: "Wir haben das allererste Mal ein Signal aus Berlin gehört, dass wir eine Systemrelevanz besitzen. Dass wir nicht die Treiber sind, sondern, dass wir sehr vieles richtig gemacht haben."

Viele fürchten eine Pleitewelle

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel warnen trotz Hilfspaketen davor, dass viele Unternehmen den Winter nicht überstehen könnten. Ende Oktober seien bereits mehr als 8300 Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés in Deutschland insolvenzgefährdet. Allein in Hamburg seien es 15 Prozent aller Gastronomiebetriebe.

Tim Mälzer will in seiner "Bullerei" während des Lockdowns immerhin einen Liefer- und Abholservice anbieten. Und er fügt kämpferisch hinzu: "Die Gastronomie wird nicht totzukriegen sein."

Sein Inteview können Sie oben auch im Video verfolgen.