Tiger Park Pattaya in Thailand: Das miese Geschäft mit den Raubkatzen

04. März 2018 - 11:27 Uhr

Urlaubsspaß Tiger-Selfie

Einmal ein Selfie mit einem Raubtier schießen - diesen Wunsch können sich Thailandurlauber in Tierparks erfüllen. Wie sehr die Wildtiere darunter leiden, hat unser Reporter im Tiger Park Pattaya aufgedeckt. Sehen Sie im Video, wie gefährlich der Kontakt mit den Raubkatzen werden kann.

Nach zehn Tagen werden die Tigerbabys von der Mutter weggenommen

Die Tiger im Tiger Park Pattaya streifen frei herum, sind anscheinend lammfromm.Jeder Besucher kann die Raubkatzen anfassen, streicheln, ein Foto mit ihnen machen. Aber wie werden die Tiere so zahm? Tierpark-Betreiber Rustem Isliamov erklärt es uns so: "Wir trainieren mit ihnen ab ihrem zehnten Lebenstag den Umgang mit den vielen Besuchern täglich. Und dass sie diese nicht anfallen oder beißen."

Was das konkret bedeutet, weiß Wildtier-Expertin Valeria Goller von der Tierschutzorganisation PETA: Die Tiger-Babys werden tatsächlich mit zehn Tagen ihrer Mutter weggenommen, was viel zu früh ist. Außerdem werden die ganz jungen Tiere regelmäßig geschlagen, um ihren Willen zu brechen. Damit die Tiere zutraulich bleiben, werden sie offenbar zusätzlich mit Medikamenten ruhiggestellt. Und weil die Tiere ab fünf Jahren unberechenbarer werden, sortieren die Betreiber sie einfach aus. Sie kommen dann in einen Käfig oder werden getötet.

Dass eine Raubkatze auch mal ihrem Instinkt folgt, zeigt ein Vorfall vor vier Jahren im Tiger Tempel im thailändischen Kanchanaburi. Die 19-jährige Isabelle Brennan wurde von einem Tiger angefallen und dabei schwer verletzt. Da die Tiger nicht artgerecht und illegal gehalten wurden, schlossen die Behörden den Tiger Tempel.

Auch die Haltung der Tiere im Tiger Park Pattaya ist nicht artgerecht, sagt die Wildtier-Expertin. Sie will jetzt die Behörden einschalten.