Joe Exotic lässt grüßen

"Tiger King"-Gesetz soll Haltung von Großkatzen in den USA verbieten

Joe Exotic hofft auf die Nachsicht von US-Präsident Donald Trump.
© Netflix, SpotOn

04. Dezember 2020 - 20:55 Uhr

Dem „Big Cat Public Safety Act“ fehlt nur noch die Zustimmung des Senats

In den USA sorgt ein geplantes Gesetz bei vielen für Erleichterung – andere dürften sich ärgern: Mit dem "Big Cat Public Safety Act" soll die private Haltung von Raubkatzen fast komplett verboten werden.

Netflix-Hit "Tiger King" zeigte massive Probleme von Privatzoos auf

April 2020: Die Corona-Pandemie hat gerade erst angefangen, die Menschen sitzen zu Hause und der Streaming-Anbieter Netflix landet einen Riesen-Hit mit seiner Dokuserie über Großkatzen in den USA. "Tiger King" Joe Exotic hält sich Dutzende Tiger, Pumas und Jaguare – alles ganz legal. Der Protagonist der Serie betreibt über Jahre hinweg einen Privatzoo, fährt mit Tigerbabys zum Streicheln durchs ganze Land. Doch auf dem Gelände des Zoos führen die Tiere alles andere als ein schönes Leben. Karge und viel zu kleine Käfige sorgen für Stress – nicht nur einmal eskaliert deshalb die Situation zwischen Mensch und Raubkatze.

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Joe Exotic hielt in der Netflix-Dokumentation "Tiger King" Dutzende Tiger.
© Netflix, SpotOn

Kein Kuscheln mit Tigerbabys mehr

Wer sich damals gefragt hat, wie das alles überhaupt legal sein kann, dürfte sich jetzt freuen: Die USA wollen der privaten und kommerziellen Haltung von Großkatzen endlich einen Riegel vorschieben. Dafür wurde am Donnerstag im US-Repräsentantenhaus ein Gesetz verabschiedet, das Menschen ohne spezielle Erlaubnis den Besitz von Tigern, Löwen, Jaguaren und Co. verbietet.

Von dem Verbot ausgenommen werden sollen lediglich Zoos und Wildtier-Auffangstationen sowie Tierärzte und Universitäten. Privatzoos müssten eine Sondergenehmigung einholen, strenge Auflagen erfüllen und unter anderem einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen Zoobesuchern und Raubtieren garantieren. Generell soll der direkte menschliche Kontakt zwischen Mensch und Tier verboten werden. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen oder sogar bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Joe Exotics Erzfeindin Carole Baskin freut sich

Carole Baskin, Erzfeindin von Joe Exotic, betreibt eine solche Wildtier-Auffangstation. Sie dürfte ihre Tiere deshalb wahrscheinlich behalten – auch wenn die dortigen Umstände ebenfalls zweifelhaft für Mensch und Tier sind. Baskin postete auf Facebook: "Wir freuen uns riesig, dass das Gesetz das Repräsentantenhaus passiert hat, um die Großkatzen vor Misshandlungen und der Öffentlichkeit und Menschen vor Verletzungen oder sogar dem Tod zu beschützen."

"Tiger King"-Star Carole Baskin ist bisexuell
Carole Baskin war in der Netflix-Serie "Tiger King" zu sehen.
© Netflix, SpotOn

In den USA leben mehr Tiger in Gefangenschaft als in freier Wildbahn auf der ganzen Welt

Noch steht die Bestätigung des Gesetzes durch den Senat aus, doch Zustände wie beim "Tiger King" wären damit Geschichte. In den USA leben nach Schätzungen der Organisation "International Fund for Animal Welfare" 10.000 Großkatzen und sogar mehr Tiger als in der freien Wildbahn. Übrigens: Auch in Deutschland ist die Haltung der exotischen Tiere in einigen Bundesländern erlaubt – oft mit nur minimalen Vorschriften.