Tierversuche: Forscher fordern höhere Frauenquote bei Mäusen im Labor

Im Labor sollen in Zukunft mehr weibliche Mäuse eingesetzt werden.

07. Juli 2015 - 20:42 Uhr

Realistischerere Forschung

Ein Team aus amerikanischen und kanadischen Schmerzforschern fordert eine höhere Quote von weiblichen Mäusen bei Tierversuchen. Wie die Forscher in einem Bericht in der Zeitschrift 'Nature Neuroscience' erklärten, seien weibliche Mäuse viel schmerzempfindlicher als männliche Tiere, genau wie Frauen im Gegensatz zu Männern. Deshalb müsse man Medikamente für Frauen auch an weiblichen Tieren testen. In der Vergangenheit haben männliche Mäuse so die Forschungsergebnisse verfälscht.

Durch verschiedene Test an männlichen und weiblichen Mäusen konnten die Forscher feststellen, dass man weibliche Nervenzellen weniger leicht hemmen kann als männliche und weibliche Mäuse deshalb empfänglicher für Schmerzen sind. Bei den Tests hemmten die Forscher die Nervenzellen im Rückenmark der männlichen Mäuse, wodurch Schmerzsignale nicht mehr ins Gehirn gelangten. Weibliche Mäuse reagierten auch nach dem Eingriff ins Rückenmark noch auf mechanische Schmerzreize. Ihre Zellen ließen sich nicht hemmen.

Dies ist durch den unterschiedlichen Zellaufbau bei männlichen und weiblichen Mäusen erklärbar, denn bei weiblichen Mäusen werden Schmerzsignale durch sogenannte T-Zellen ins Gehirn geleitet. Diese zählen beim Menschen zu den weißen Blutkörperchen. Da bereits bekannt ist, dass der Zellaufbau von Mäusen dem des Menschen sehr ähnlich ist, hat das Gesundheitsministerium in den USA bereits eine Quotenregelung für Laborzellen eingeführt.