RTL News>News>

Tierschützer sind entsetzt: China erlaubt Handel mit Nashorn- und Tigerteilen

Tierschützer sind entsetzt: China erlaubt Handel mit Nashorn- und Tigerteilen

Tierschützer fürchten um freilebende Nashörner und Tiger

Seit 1993 war der Handel mit Tigerknochen und Nashorn-Hörnen in China verboten. Der Schwarzmarkt blüht trotzdem, denn in der traditionellen chinesischen Medizin sind beide Produkte heiß begehrt. Jetzt hat Peking das Verbot aufgehoben und damit die Nutzung und den Handel wieder erlaubt. Tierschützer sind entsetzt.

Woher ein Tier stammt, lässt sich schwer kontrollieren

Zwar dürfen nur Teile von gezüchteten Tieren legal verkauft und genutzt werden, die Tierschutzorganisation WWF warnte aber, dass dadurch auch wildlebende Tiere in Gefahr geraten. Denn wenn ein Nashorn oder ein Tiger einmal tot ist, lässt sich nur noch schwer nachprüfen, ob das Tier in Gefangenschaft oder in freier Wildbahn gelebt hat. Im Video erklärt RTL-Afrikakorrespondentin Nicole Macheroux-Denault das Problem.

"Es ist zutiefst beunruhigend, dass China sein 25 Jahre altes Verbot des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn aufgehoben hat", sagte Eberhard Brandes vom WWF Deutschland. "Die Erfahrungen Chinas mit dem Handel mit Elfenbein haben deutlich gezeigt, wie schwierig es ist, parallel legale und illegale Märkte zu kontrollieren."

Tierprodukte für die traditionelle chinesische Medizin

Die chinesische Regierung will das Verbot trotzdem aufheben, damit Tigerknochen und Horn von Nashörnern für Forschung und Heilung in der traditionellen chinesischen Medizin benutzt werden können. Die Tierteile werden benutzt, um beispielsweise Fieber, Lebensmittelvergiftungen oder Impotenz zu behandeln. Ob die Mittel tatsächlich wirken, ist nicht bewiesen.

Tierschützer befürchten, dass die Nachfrage nach Tiger- und Nashornteilen nun noch mehr angeheizt wird. Damit wären auch die letzten verbleibenden Nashörner und Tiger in freier Wildbahn in noch größerer Gefahr. Beide Arten sind ebenso wie Elefanten vom Aussterben bedroht .