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Tierschützer schockiert: Versuchslabor LPT bei Hamburg darf unter Auflagen wieder öffnen

Under-Cover-Aufnahmen zeigten schlimme Misshandlungen

Tierschützer schockiert: Versuchslabor LPT bei Hamburg darf unter Auflagen wieder öffnen

Erschreckende Aufnahmen aus einem Tierversuchslabor bei Hamburg Behörden ermitteln
01:11 min
Behörden ermitteln
Erschreckende Aufnahmen aus einem Tierversuchslabor bei Hamburg

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Stärkere Kontrollen sollen Tierquälerei verhindern

Das Hamburger Oberverwaltungsgericht hat entschieden, dass das Tierversuchslabor in Hamburg-Neugraben Ende August unter Auflagen wieder öffnen darf. Neues Personal bei LPT und verstärkte – auch unangekündigte – Kontrollen der Behörden sollen das Wohlergehen der Tiere sicherstellen. Tierschützer nennen die Wiedereröffnung des Versuchslabors skandalös und bezweifeln, dass sich durch die angekündigten Maßnahmen der Umgang mit den Tieren verbessert. Die Organisation „SOKO Tierschutz“ hatte im Oktober 2019 Under-Cover-Aufnahmen aus dem Labor in Mienenbüttel veröffentlicht, in dem Affen und Hunde schwer misshandelt wurden . Die schockierenden Szenen von damals sehen Sie im Video.

„Ich wäre nicht überrascht, wenn in kürzester Zeit solche Bilder wieder gelingen würden"

Friedrich Mülln von der SOKO Tierschutz kritisiert die angekündigten Maßnahmen der Behörden als „kosmetische Änderungen“. Das Geschäftsmodell würde sich dadurch nicht ändern, glaubt der Tierschützer und befürchtet, dass sich Bilder wie sein Team sie im Oktober 2019 mit verdeckter Kamera aufgenommen hat, wiederholen. „Wir haben krasse Rechtsbrüche gesehen: Affen in zu kleinen Käfigen, Gewalt gegen Tiere, Affen wurden vor Wut an die Tür gehauen. Ich wäre nicht überrascht, wenn in kürzester Zeit solche Bilder wieder gelingen würden, nur leider wird das LPT natürlich alles unternehmen, um zu verhindern, dass da noch einmal jemand rein kommt und berichten darf.“

LPT-Labor: "Es ist kein 'weiter so wie vorher'"

Nach Angaben der Hamburger Justizbehörde habe das LPT inzwischen einen neuen Geschäftsführer, einen neuen Tierschutzbeauftragten und neue Tierversuchsleiter. Deshalb habe das Gericht den Betrieb am Standort Hamburg wieder erlaubt.

Das LPT sagt auf RTL-Anfrage: „Es ist kein ‘Weiterbetrieb’ und kein ‘weiter so wie vorher’, sondern eine komplett geänderte Betriebsstruktur und veränderte Arbeitsweise.“ So solle es unter anderem keine Versuche mehr an Affen, Katzen oder Hunden geben. Außerdem würden alle Mitarbeiter, die mit Tieren arbeiten, mehr Fortbildungen bekommen.

Grundsätzlich seien Tierversuche für bestimmte medizinische Fragestellungen weiterhin ein wichtiger Baustein, heißt es von Seiten der Justiz- und Verbraucherbehörde. Um unnötiges Tierleid zu reduzieren, wolle die Behörde sich dafür einsetzen, dass Versuchsvorhaben künftig deutschlandweit genehmigungspflichtig gemacht werden.

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Tausende demonstrierten für Schließung des Labors

Als im Herbst vergangenen Jahres die Aufnahmen der SOKO Tierschutz öffentlich wurden, sind in Hamburg rund 15.000 Menschen gegen Tierversuche auf die Straße gegangen. Die Staatsanwaltschaft hat mehrere LPT-Standorte durchsucht. Anschließend haben die Behörden das Labor in Mienenbüttel dicht gemacht. Im Februar sind dann auch dem LPT-Hauptsitz in Hamburg-Neugraben mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis entzogen worden, Tiere zu halten.

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