2018 M11 8 - 23:21 Uhr

Tierschutzverstöße in Schlachthof in Oldenburg haben Konsequenzen

Nach dem Verdacht von Tierschutzvergehen gegen einen Schlachthof in Oldenburg haben erste Kunden des Betriebes Konsequenzen gezogen. "Über die Vorgänge bei dem Schlachthofbetreiber Standard-Fleisch GmbH & Co. sind wir entsetzt und halten diese für völlig inakzeptabel", hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme der Bünting Gruppe, zu der auch die Supermarktkette Familia gehört.

Heimlich gedrehte Aufnahmen von Tierquälerei an Rindern

Das Handelsunternehmen aus Nortmoor (Niedersachsen) stellte "bis zur vollständigen Klärung und Sicherstellung der tierschutzrechtlichen Vorgaben die Zusammenarbeit mit dem Schlachthofbetrieb in Oldenburg mit sofortiger Wirkung ein".

Auch das Unternehmen Frosta reagierte und beendete die Zusammenarbeit. Allerdings sei hier mit der "Steakhaus-Pfanne" nur ein Produkt betroffen, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Am Dienstag hatte der Verein "Tierschutzbüro" heimlich gedrehte Aufnahmen aus dem Betrieb veröffentlicht. Das Videomaterial zeigte zahlreiche Tierquälereien an Rindern. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Ermittlungen aufgenommen und der Skandal zieht weitere Kreise.

Das Personal müsse besser ausgebildet und intensiver kontrolliert werden, meint der Professor und Veterinär Jörg Hartung. Nur so könne man den Tierschutz in Schlachthöfen verbessern. "Wir haben die Tierschutz-Schlachtverordnung, in der alles steht, was befolgt werden muss. Man muss sie nur umsetzen", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

Die Stadt Oldenburg konnte auf Presse-Anfrage zunächst nicht mitteilen, wie viele Tierschutzverstöße die Veterinärbehörde der Stadt in den vergangenen Jahren in dem Betrieb festgestellt hat. Eine entsprechende Auswertung dauere an.

Unangekündigte Kontrollen in Schlachthöfen würden helfen

Kontrolleure, die unabhängig sind, wären Hartung zufolge wichtig. "Sie müssen ja nicht jeden Tag kommen, aber die Schlachthöfe dürfen nicht wissen, wann sie kommen." Moderne Technik sei beim Schlachten ebenfalls hilfreich.

Die Gesellschaft sollte sich aus Sicht des Veterinärs bewusster sein, dass Fleisch Tierleben kostet. Der Fleischverbrauch sei zu hoch.