Hinterbeinchen zusammengebunden

Tierquälerei in Hessen: Passant entdeckt mehrere tote Igel

Offenbar hat ein Tierquäler die Igel erst ertränkt und dann ins Wasser geschmissen.
© Otto Luzius

23. September 2020 - 16:35 Uhr

Hinterbeinchen vom Igel zusammengebunden

Wer tut Tieren so etwas Schreckliches an? In der hessischen Gemeinde Ober-Mörlen treibt sich ein Igel-Killer herum. Ein Spaziergänger entdeckte am Dienstag acht tote Igel, die in der Nähe des Schlosses in der Usa trieben. Das berichtet die Wetterauer Zeitung. Ein Tierchen fand man sogar mit zusammengebundenen Beinchen. Nicht der erste Fall in dem Ort. Einige Tage zuvor hatte man fünf tote Igel in Plastiktüten gefunden.

Suchte der Tierquäler gezielt nach den Igeln?

Der Hund einer Spaziergängerin hatte sie zu den teils verwesten Tierkadavern geführt. Offenbar sind die Igel ertränkt und dann ins Wasser geschmissen worden. Einige Tiere kamen wohl in die Strömung und wurden weit abgetrieben. "Ganz brutal war, dass einem der mittelgroßen Igel, der wohl rund 800 bis 900 Gramm schwer war, die Hinterbeinchen mit Geschenkband aus Kunststoff zusammengebunden wurden", erzählt Igel-Experte Otto Luzius der Wetterauer Zeitung. Luzius kümmert sich seit elf Jahren ehrenamtlich um kranke und mutterlose Igel. 

Der Unbekannte hatte die Hinterbeinchen eines Igels zusammengebunden.
Der Unbekannte hatte die Hinterbeinchen eines Igels zusammengebunden.
© Otto Luzius

Offenbar hatte es jemand auf die Igel abgesehen. "So viele Tiere, wie hier gefunden wurden, zeigt, dass gezielt nach ihnen gesucht wurde", sagte der Igel-Experte weiter. Mitarbeiter des Ordnungsamtes von Ober-Mörlen alarmierten die Polizei und gaben die toten Tiere dort ab, damit die Todesursache in der Tierklinik in Gießen untersucht werden kann.

Igel zählen zu den besonders geschützten Tierarten

Die Woche zuvor fand man bereits mehrere Tote Igel in einer Plastiktüte auf dem Parkplatz des Ober-Mörler Friedhofs, nicht weit weg vom aktuellen Fundort. Jedes einzelne Tier steckte nochmal in einem Plastikbeutel. "Ob die dort drin gestorben sind oder tot reingestopft wurde, wissen wir nicht", sagt Luzius der Wetterauer Zeitung. Ob die beiden Fälle zusammenhängen, ist unklar. 

In der hessischen Gemeinde Ober-Mörlen treibt sich ein Igel-Killer herum. Ein Spaziergänger entdeckte am Dienstag acht tote Igel, die in der Nähe des Schlosses in der Usa trieben.
In der hessischen Gemeinde Ober-Mörlen treibt sich ein Igel-Killer herum. Ein Spaziergänger entdeckte am Dienstag acht tote Igel, die in der Nähe des Schlosses in der Usa trieben.
© Otto Luzius

Igel stehen unter einem gesetzlichen Schutz. So dürfen die Säugetiere nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Bei Verstoß sind die Strafen in Deutschland überwiegend hoch angesetzt. In Hessen droht dem Tierquäler ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.