Tierlieb?! Von wegen! Für Veggie-Wurst sterben mehr Tiere als für echte Wurst

02. November 2018 - 10:41 Uhr

Schockierende Rechnung für Vegetarier

Umweltbewusst handeln fängt für viele schon beim Einkauf im Supermarkt an. Nicht wenige wählen vegetarische Produkte aus tierethischen Gründen. Doch wer denkt, dass man mit dem Kauf von vegetarischer Wurst einen Beitrag zu weniger Tierleid leistet, irrt sich - denn für die fleischlose Alternative sterben mehr Tiere als für das Original.

Zwölf Hühner sterben für 100 Kilogramm Veggie-Mortadella

Auch wenn für eine vegetarische Wurst kein Schwein geschlachtet werden muss, so sterben für dieses Ersatzprodukt gleich mehrere Hühner. Der Hintergrund: Viele vegetarische Produkte basieren auf Hühnereiern. So auch die Veggie-Mortadella. Diese besteht zu einem Großteil aus Eiklar. Eine Rechnung des Magazins "Stern" hat ergeben, dass man zwölf Hühner braucht, um die gleiche Menge vegetarische Mortadella herzustellen, die aus einem Schwein für das Original gewonnen wird.

Für diese These hat das Magazin eine schweinische und eine vegetarische Mortadella einer bekannten deutschen Marke genauer untersucht. Laut Hersteller könne man mit nur einem Schwein etwas mehr als 100 Kilogramm Mortadella herstellen.

Rechenbeispiel soll vegetarische Wurst hinterfragen

Die vegetarische Variante besteht aus 70 Prozent Eiklar. Stelle man nun 100 Kilogramm Veggie-Wurst her, so bräuchte man etwa 70 Kilogramm Eiklar - das wären 2.174 Eier. Eine Henne legt 300 Eier pro Jahr und wird nach 15 Monaten geschlachtet, weil ihre Eierproduktion nachlässt. Somit bräuchte man für 2.174 Eier insgesamt sechs Hennen.

Da bei der Züchtung von Legehennen die männlichen Küken getötet werden, kommt man auf insgesamt zwölf Hühner, die für 100 Kilogramm Veggie-Wurst sterben müssten. Allerdings wurde diese Analyse nur auf eine Marke bezogen. Bei einigen Bio-Produkten könnte die Rechnung nicht aufgehen.

Tipps für einen bewussteren Einkauf

Ob das Rechenbeispiel generell anwendbar ist? Im Video schätzt eine Expertin von der Verbraucherzentrale Hessen den Vergleich ein und gibt Tipps für einen bewussteren Einkauf. Denn es gibt auch die Möglichkeit, auf vegane Alternativen zurückzugreifen. Bei diesen sind überhaupt keine tierischen Produkte enthalten und somit kommen dabei auch keine Tiere zu Schaden. Letzten Endes muss der Verbraucher selbst entscheiden, zu welchem Produkt er im Laden greift.