Wie in einem Disney-Film

Zusammen sind sie stark: Kalb überlebt Seite an Seite mit Wildschwein

18. Dezember 2020 - 16:36 Uhr

Tierische Freunde schlagen sich durchs Moor

Diese Geschichte geht ans Herz: Ein Zwergzebu-Kalb ist im Moor in der Nähe von Stade auf sich allein gestellt, nachdem es im Juni 2020 zusammen mit seiner Mutter bei seinen neuen Besitzern ausgebüxt war und das Muttertier erschossen wurde. Tierschützer sehen kaum eine Überlebenschance für das erst drei Monate alte Kalb, so allein in der Wildnis, und brechen die Suche nach dem Zwergzebu nach einer Woche ab. Doch Monate später taucht das asiatische Jungtier wieder auf- und ist nicht mehr allein.

Die süßen Bilder der tierischen Freundschaft sehen Sie im Video.

"Prinzessin" tappt in die Videofalle

"Das kann nicht sein" ist die erste Reaktion von Susanne Lüdtke und Sabrina Menge, als die Frauen von der Tierhilfe "Kitz&Co" im September erfahren, dass ein Spaziergänger das Kalb entdeckt hat. Drei Monate nach seiner Flucht und dem Verlust seiner Mutter lebt das Zwergzebu noch immer im Moor. Susanne Lüdtke und Sabrina Menge stellen Wildtierkameras auf und tatsächlich: "Das Signal von der Kamera kam, das Handy hat gebimmelt. Und die Kamera hat tatsächlich Prinzessin gezeigt", erzählt Susanne Lüdtke RTL. "Prinzessin"- So haben die Tierschützerinnen das Tier getauft.

Weitere sechs Wochen vergehen

Doch das Kalb mal eben so einfangen geht nicht. Stattdessen bauen die beiden Frauen der gemeinnützigen Initiative "Kitz&Co" eine Futterstelle auf. Nach sechs Wochen kommt das Zwergzebu immer wieder - und bringt einen Freund mit! "Für uns ist das eine Sensation", erzählt Susanne Lüdtke. Das Zwergzebu hat sich offenbar mit einem Wildschwein angefreundet. "Die beiden sind vertraut miteinander umgegangen, wie Spielkameraden, haben sich zusammen ausgeruht oder gefressen". Das alles beobachten Susanne Lüdtke und Sabrina Menge mithilfe der Wildtierkameras.

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"Es war ein Glücksgefühl!"

Nochmal dauert es zwei Wochen, bis die Tierschützerinnen das Kalb und seinen Begleiter einfangen können. Sie bauen Stück für Stück eine Lebendfalle auf. Am 21. November 2020 dann ist es soweit: Zwergzebu "Prinzessin" und das Wildschwein tappen in die Lebendfalle. "Es war ein Glücksgefühl! Es waren acht Wochen, wo wir intensiv gesucht haben, Zeit investiert haben, mit gelitten mit dem Kalb" beschreibt Susanne Lüdtke diesen Moment. Doch das Wildschwein hat einen anderen Plan.

Happy End für Zwergzebu und Wildschwein

Plötzlich eingefangen wird das Wildschwein nervös, rennt gegen den Zaun, kann sich so wieder befreien und läuft wieder zurück ins Moor. Zwergzebu "Prinzessin" wird vom dazugerufenen Tierarzt betäubt und noch in der Nacht in den Harz gebracht, zurück zu seinem Züchter. Dort wächst es fleißig und hat wieder Kontakt zu Artgenossen. Doch wer sich nun Sorgen um das Wildschwein macht, das seinen neu gewonnenen Freund verloren hat: Susanne Lüdtke gibt Entwarnung: Wahrscheinlich hat sich das kleine Wildschwein wieder einer Rotte angeschlossen und somit viele andere Freunde gefunden.