Immer mehr Kinder depressiv

Tierisch glücklich: Welpe hilft 9-Jährigem aus Depression

07. April 2021 - 9:48 Uhr

Ein Welpe gegen Depressionen

Innere Unruhe, nagende Selbstzweifel, kaum Energie: Immer mehr Kinder leiden im Zuge der Corona-Pandemie unter Depressionen, denn die kräftezehrende Krankheit kann jeden treffen, egal in welchem Alter. Auch der erst 9-jährige John aus Hannover kämpft seit 2017 damit. Doch nach der trostlosen Zeit kann John jetzt wieder Lachen: Dank seines neuen Begleiters, dem Labradorwelpen Simba.

Wie die kleine Fellnase ihm hilft, zeigen wir im Video.

Symptome erkennen: Ist mein Kind krank oder gefährdet?

Das normale, unbeschwerte Kinderleben ist für den 9-Jährigen John eine große Herausforderung. Der blonde Junge leidet an Depressionen, Panikattacken, Anpassungsstörungen und einer Entwicklungsverzögerung. Und der Schüler ist kein Einzelfall. Laut einer Studie zeigen 24 Prozent der Schulkinder psychische Auffälligkeiten. In der Corona-Pandemie ist es sogar jedes dritte Kind.

"Wenn Kinder noch klein sind, zeigen sie das eher körperlich, leiden unter Kopf- oder Bauchschmerzen", erklärt Prof. Dr. Wieland-Grefe, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie, im RTL-Interview. "Bei Jugendlichen sehen die Symptome dann ähnlich aus wie bei Erwachsenen: Antriebslosigkeit, Rückzug, Freudlosigkeit bis hin zu Suizidgedanken." Ein Anzeichen kann sein, dass Kinder nicht mehr in die Schule gehen wollen, "weil sie dort entweder zu hohe Anforderungen erleben oder in eine Mobbing-Situation geraten sind."

Doch die Symptome sind vielfältig.Viele der betroffenen Kinder können schlechter einschlafen, werden nachts öfter wach, haben weniger oder auch zu viel Appetit, sind blass, nässen sich vielleicht wieder ein oder lassen sich gar nicht mehr motivieren, ergänzt Psychotherapeutin Dr. Dunja Voos.

Wann ist Hilfe gefragt?

Gerade in der Corona-Zeit haben es Kinder schwer, da könne es zeitweise auch zu solch unausweichlichen Reaktionen kommen. "Da heißt es oft: Beobachten und Ruhe bewahren. Oft können sich Eltern im Gespräch mit anderen Eltern beruhigen. Wenn man sieht, dass es auch eine Art "gemeinsames Leiden" ist, kann dies vielen wieder Auftrieb geben", sagt Psychotherapeutin Dr. Dunja Voos. Insbesondere in der aktuellen Corona-Zeit müsse man sich erst einmal orientieren. "Wir können so manches psychisches Unwohlsein auch erst einmal abwarten. Bald kommt der Frühling, die Impfung schreitet voran und wir können dann sehen, wie es den Kindern geht. Eltern merken aus meiner Sicht, wenn etwas wirklich dringend ist. Es entsteht dann eine Art Druck infolge der Beschwerden des Kindes, durch den Kind und Eltern merken, dass ein Besuch beim Arzt oder Psychotherapeuten sinnvoll ist."

Für den 9-Jährigen John war der Schritt zu einer Therapie der Richtige. Heute tobt er mit Simba, wie es vor wenigen Monaten noch undenkbar war. Endlich kann er trotz seiner Erkrankung wieder etwas mehr Kind sein und schaut man ihm beim Spielen zu, wirkt er einfach tierisch glücklich.

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Wichtige Kontakte für Betroffene

Wer als Elternteil oder Kind selbst von Depressionen oder anderen psychischen Problemen betroffen ist, findet hier erste wichtige Kontakte, um Hilfe zu bekommen.