Geflügelpest breitet sich aus

Schleswig-Holstein holt Hühner, Gänse und Puten in die Ställe

Gans in Freilandhaltung
Gans in Freilandhaltung
© dpa, Roland Weihrauch, rwe gfh

11. November 2020 - 7:04 Uhr

Das Freilandgeflügel ist im Norden keines mehr - zumindest vorübergehend nicht

Wegen der Geflügelpest dürfen Hühner, Puten, Gänse und Enten aus Nutztierhaltungen in Schleswig-Holstein bis auf weiteres nicht mehr ins Freie. In den kommenden Tagen werden alle Landkreise in Schleswig-Holstein das verfügen.

"Wenn wir diese Maßnahme jetzt nicht ergreifen würden, dann wäre die Gefahr sehr groß, dass wir am Ende Fälle haben, wo die Bestände dann gekeult werden müssen und da muss man dann früh agieren und nicht zu lange warten", so der Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) in Kiel.

Umsetzung läuft auf Hochtouren

Nach der Bekanntgabe dieser einschneidenden Maßnahme am Dienstag (10.11.2020) läuft die Umsetzung am Mittwoch auf Hochtouren an.

Bis jetzt gibt es in sieben Kreisen und in der Stadt Neumünster nachgewiesene Fälle von Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt. Schleswig-Holstein ist das erste Bundesland, dass mit einer landesweiten Stallpflicht reagiert. "Das bewegt uns auch, weil es auch eine harte Anordnung ist jetzt auch die Geflügelbestände aus dem Freiland wieder reinzuholen", erklärt Albrecht.

Bereits mehr als 3000 verendete Wildvögel

Bei der Geflügelpest-Epidemie von November 2016 bis Frühjahr 2017 wurden bundesweit mehr als 900 000 Tiere gekeult, davon 65 000 in Schleswig-Holstein.

Bis zum Ende dieser Woche soll die Stallpflicht landesweit umgesetzt werden. Der Landesbetrieb für Küstenschutz zählte seit Beginn des Geschehens bereits mehr als 3000 verendete Wildvögel. In 115 Fällen wurde bis Dienstag das Virus mit Tests nachgewiesen.

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Eine Befristung der Stallpflicht gibt es momentan nicht

Flächendeckende Aufstallungen können aus Sicht des Ministeriums in Kiel das Risiko einer Übertragung auf Haus- und Nutztierbestände deutlich einschränken. Wann die Stallpflicht wieder aufgehoben werden kann, ist derzeit ungewiss und hängt von der weiteren Ausbreitung der Geflügelpest ab.


Quelle: DPA / RTL.de