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Thüringische Stadt Schmalkalden kämpft gegen das Mobbing - für Mut, Toleranz und Gewaltfreiheit

Schmalkalden kämpft gegen Mobbing
Schmalkalden kämpft gegen Mobbing Anti-Gewalttrainer klärt auf 03:33

Starke Aktion in Schmalkalden

Mobbing ist ein weitverbreitetes Phänomen, viele Menschen leiden darunter. Häufig betroffen: Kinder und Jugendliche, die große Probleme damit haben. Eine Stadt in Thüringen will das nicht länger tatenlos hinnehmen und hat ein Netzwerk für Mobbing-Opfer gegründet.

Stadt in Thüringen gründet Netzwerk für Mobbing-Opfer

Carsten Stahl Carsten Stahl redet über Mobbing.
Carsten Stahl redet Klartext zum Thema Mobbing.

Mobbing und Ausgrenzung können krank machen. Wer einmal Opfer war, weiß das. Vor allem für Kinder und Jugendliche hat dieser Druck zugenommen. Das hat natürlich auch mit den sozialen Medien zu tun, die als Verstärker wirken. Aber nicht nur, denn das Phänomen ist uralt. Man muss an der Wurzel ansetzen, es geht um Erziehung, Respekt, Mitgefühl. Das kann man lernen, weiß der Anti-Gewalttrainer Carsten Stahl. Thomas Kaminski, Bürgermeister der Kleinstadt Schmalkalden in Thüringen, hat ihn zur Hilfe gerufen.

Stahl kennt die Situation aus leidvoller Erfahrung, er wurde selbst als Kind gemobbt. Das hat den 45-Jährigen geprägt. Der 115-Kilo-Kleiderschrank ist laut und demonstriert den Schülern in Schmalkalden deutlich, was Mobbing anrichten kann. 1.500 überwiegend junge Menschen sind in die Mehrzweckhalle gekommen, um Stahls Plädoyer für Mut, Toleranz und Gewaltfreiheit zu hören. Mit drastischen Beispielen erreicht er sein Publikum, die Menschen sind gefangen und betroffen von seinen Worten. Er wirbt um Verständnis für die seelischen Verletzungen der Opfer und macht klar, dass es nicht nur um die Täter geht, sondern auch um Mitläufer und diejenigen, die aus Angst oder Scham wegschauen.

Schüler setzen ein Zeichen

Kinder in der Mehrzweckhalle in Schmalkalden.
Aufmerksames Publikum in Schmalkalden.

Hinterher setzen hunderte Schüler mit ihrer Unterschrift ein Zeichen, damit Mobbing in ihrer Stadt keine Chance hat. Sie sind sich einig: In Schmalkalden soll es nicht soweit kommen, dass Sicherheitsdienste am Schultor stehen. Mit einem neu gegründeten Netzwerk aus Sozialarbeitern, Pädagogen und Jugendeinrichtungen unterstützt die Stadt dieses Ziel. Unsere Reporterin Sabine Sommer hat darüber mit Schülern, Bürgermeister Kaminski und natürlich Carsten Stahl gesprochen.

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