Thüringer Geiselnehmer ist ein vorbestrafter Gewalttäter

30. März 2013 - 21:30 Uhr

Der 52-Jährige soll seine Frau erstochen haben

Er hielt stundenlang eine junge JVA-Beamtin in seiner Gewalt, konnte schließlich von Spezialkräften der Polizei überwältigt werden. Die Geiselnahme in dem thüringischen Gefängnis in Suhl konnte unblutig beendet werden. Nun wurde bekannt: Der 52-Jährige ist ein mehrfach vorbestrafter Gewalttäter.

Geiselnahme JVA Suhl
Der 52-jährige, mehrfach vorbestrafte Gewalttäter hielt in der JVA in Suhl über mehrere Stunden eine Frau als Geisel fest.
© dpa, Steffen Ittig

Er habe schon in der DDR schwere Straftaten begangen, sagte Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger (SPD). Der 52-Jährige habe in Suhl-Goldlauter in U-Haft gesessen, weil er im Oktober 2012 seine Ehefrau in Erfurt erstochen haben soll. Die JVA-Beamtin, die er über Stunden hinweg am Karfreitag in seiner Gewalt hatte, war im Wachdienst tätig. Das Motiv des Geiselnehmers ist weiter unklar.

Innenstaatssekretär Bernhard Rieder sagte: "Sie hat diese Stunden mit großer Tapferkeit und großer Nervenstärke durchgestanden." Es sei nicht selbstverständlich, dass Menschen in solchen Extremsituationen so besonnen reagierten. Die 26-Jährige sei seit vier Jahren in der JVA tätig gewesen und habe gewusst, dass der 52-Jährige ein gefährlicher Straftäter ist. Zum unblutigen Ende der Geiselnahme sagte der Staatssekretär: "Wir sind alle sehr froh und erleichtert."

Messer aus der Teeküche besorgt

Die JVA-Beamtin sei am Freitag gegen 15 Uhr auf dem Weg in ein Dienstzimmer gewesen, als der Häftling sie überwältigte und in das Zimmer drängte, hieß es. Aus der benachbarten Teeküche habe er sich ein Messer besorgt - und die Frau dann mit Handschellen an die Heizung gefesselt. Nach einem stundenlangen Nervenkrieg habe der Geiselnehmer um 2.20 Uhr die Tür des Zimmers geöffnet - und sei dann von vier SEK-Beamten überwältigt worden.

Die Justizvollzugsanstalt Goldlauter in Suhl ist ein Gefängnis für Männer und verfügt über insgesamt 332 Haftplätze. 310 davon sind laut Website der JVA für den geschlossenen Vollzug vorgesehen, 22 für den offenen Vollzug. Derzeit sind dort insgesamt 167 Bedienstete tätig. Derzeit gibt es in Thüringen sieben Justizvollzugseinrichtungen mit insgesamt rund 2.000 Haftplätzen.