Lebensgefährliche Thrombose

Pille und Rauchen: Macht nicht den gleichen Fehler wie ich!

13. Oktober 2021 - 17:11 Uhr

Am 13. Oktober ist Welt-Thrombose-Tag

Jung, schlank, aktiv – und leichtsinnig: Das war ich vor acht Jahren. Bis ich auf einmal mit einer Krankheit in der Klinik lag, die lebensbedrohlich werden kann. Ich hatte eine extrem ausgeprägte Thrombose, mein Bein war vom Knöchel bis hoch ins Becken voll mit Blutgerinnseln, die zu einer fatalen Lungenembolie führen können. Und das nur, weil ich dachte, was so viele Frauen denken: "Ach, mir passiert das schon nicht." Ich habe gleichzeitig die Pille genommen und geraucht und die Gefahr, vor der in jeder Packungsbeilage gewarnt wird, einfach verdrängt. Dass es mir heute wieder so gut geht, ist mehr als Glück. Am heutigen Welt-Thrombose-Tag sage ich deshalb: Bitte, Mädels, macht nicht den gleichen Fehler wie ich!

von Rachel Kapuja

Anzeichen wurden viel zu spät erkannt

Woran bemerkt man eine Thrombose? Das werde ich immer als erstes gefragt, wenn ich von meiner Geschichte erzähle. Tatsächlich gibt es eindeutige Anzeichen dafür: Schwellungen, Stauungsgefühl, krampfartige Schmerzen. Weder ich selbst noch die Ärzte, die ich um Rat fragte, haben die Gefahr jedoch damals erkannt.

Und so lief ich über Wochen mit einer fatalen Ansammlung von Blutgerinnseln im linken Bein herum, die immer größer und größer wurde. Bis ich vor Schmerzen kaum noch laufen konnte, mit dem Taxi ins Krankenhaus fuhr und dort nach einer MRT-Untersuchung endlich die richtige Diagnose bekam: eine 4-Etagen-Thrombose, die sich über das gesamte Bein bis hoch in die Beckenvene erstreckte. Dass in dieser Zeit auch meine Lunge durch eine Embolie Schaden erlitten hat, ist sehr wahrscheinlich.

Dass die Erkrankung bei mir bereits so weit fortgeschritten war, liegt zu einem großen Teil an medizinischen Fehleinschätzungen. Doch es gibt nichts daran zu rütteln: Ohne meine fahrlässige Entscheidung, gleichzeitig mit der Pille zu verhüten und zu rauchen, wäre mir das wahrscheinlich nicht passiert. Denn diese Kombination erhöht das Thromboserisiko auf das Dreifache. Besonders dann, wenn man wie ich früher eine östrogenhaltige Pille der dritten oder vierten Generation einnimmt. Und alle anderen möglichen Gründe für die Krankheit, wie etwa eine Gerinnungsstörung, wurden bei mir durch Bluttests ausgeschlossen.

Ja, inzwischen wünschte ich, Gynäkologen und andere Ärzte würden jungen Frauen bei der Aufklärung über die Pille die Thrombosegefahr viel, viel klarer machen. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass ich damals völlig überrascht gewesen wäre. Ich wusste, dass es nicht gut ist, trotz Pille zu rauchen – und tat es trotzdem.

Ich musste über Monate wieder „laufen lernen“

Nach den Tagen im Krankenhaus verbrachte ich gut ein dreiviertel Jahr damit, gesund zu werden und wieder "laufen zu lernen". Jeder Meter mehr war ein kleiner Erfolg, denn ich musste ständig mein Bein hochlegen, damit das Blut wieder zurück in den Körper fließen kann. Dazu Schmerzmittel, Spritzen und Tabletten mit Gerinnungshemmern, extrem enge Kompressionsstrumpfhosen, unzählige Kontrollen beim Arzt und die Angst, nie mehr richtig gesund zu werden.

Heute sind meine Venen stark geschädigt. Auf langen Reisen spritze ich mir Gerinnungshemmer, bei einer Schwangerschaft müsste ich das täglich tun. Der Kompressionsstrumpf ist zu meinem dauernder Begleiter geworden, um neuen Thrombosen und Langzeitfolgen vorzubeugen. Sexy ist das nicht – Überleben aber schon! Jeden Tag erinnert mich das Ding daran, dass ich unheimlich viel Glück gehabt habe. Sowohl mit der Pille als auch dem Rauchen habe ich übrigens damals von einem auf den anderen Tag aufgehört. Und wenn nur eine Frau wenigstens eins von beidem aufgibt, habe ich mit diesem Artikel schon alles erreicht, was ich will.

Ihr wollt mit dem Rauchen aufhören? Hier findet ihr wertvolle Tipps dafür.