Lebensgefährliche Thrombose

Pille und Rauchen: Macht nicht den gleichen Fehler wie ich!

25. Oktober 2019 - 18:45 Uhr

Von Rachel Kapuja

Jung, schlank, aktiv – und leichtsinnig: Das war ich vor sechs Jahren. Bis ich auf einmal mit einer Krankheit in der Klinik lag, die lebensbedrohlich sein kann. Ich hatte eine Thrombose, mein Bein war vom Knöchel bis hoch ins Becken voll mit Blutgerinnseln. Und das nur, weil ich dachte, was so viele Frauen denken: "Ach, mir passiert das schon nicht." Ich habe gleichzeitig die Pille genommen und geraucht und die Gefahr, vor der in jeder Packungsbeilage gewarnt wird, einfach verdrängt. Dass es mir heute wieder so gut geht, ist mehr als Glück. Deshalb kann ich aus Erfahrung sagen: Bitte, Mädels, macht nicht den gleichen Fehler wie ich!

Anzeichen wurden viel zu spät erkannt

Woran bemerkt man eine Thrombose? Das werde ich immer als erstes gefragt, wenn ich von meiner Geschichte erzähle. Tatsächlich gibt es eindeutige Anzeichen dafür: Schwellungen, Stauungsgefühl, krampfartige Schmerzen. Weder ich selbst noch die Ärzte, die ich um Rat fragte, haben das jedoch damals erkannt. Und so lief ich über Wochen mit einer Ansammlung von gefährlichen Blutgerinnseln im linken Bein herum, die immer größer und größer wurde. Bis ich vor Schmerzen kaum noch laufen konnte und endlich im Krankenhaus die richtige Diagnose bekam: eine 4-Etagen-Thrombose, die sich über das gesamte Bein bis hoch in die Beckenvene erstreckte. Dass ich in all der Zeit noch keine Lungenembolie erlitten hatte, grenzte an ein Wunder.

Der Grund für meine schlimme Krankheit: Meine eigene Entscheidung

Dass es so weit gekommen ist, liegt aber nur zum Teil an medizinischen Fehleinschätzungen. Der Hauptgrund war – und daran gibt es nichts zu rütteln – meine fahrlässige Entscheidung, gleichzeitig mit der Pille zu verhüten und zu rauchen. Denn diese Kombination erhöht das Thromboserisiko auf das Dreifache. Besonders dann, wenn man wie ich früher eine östrogenhaltige Pille der dritten oder vierten Generation einnimmt. Und alle anderen möglichen Gründe für die Krankheit, wie etwa eine Gerinnungsstörung, wurden bei mir durch Bluttests ausgeschlossen.

Ich musste über Monate wieder „laufen lernen“

Damals verbrachte ich rund ein Jahr damit, gesund zu werden und wieder "laufen zu lernen". Jeder Meter mehr war ein kleiner Erfolg, denn ich musste ständig mein Bein hochlegen, damit das Blut wieder zurück in den Körper fließen kann. Dazu Schmerzmittel, Spritzen und Tabletten mit Gerinnungshemmern, extrem enge Kompressionsstrumpfhosen und unzählige Kontrollen beim Arzt.

Heute sind meine Venen stark geschädigt, der Kompressionsstrumpf mein dauernder Begleiter, um neuen Thrombosen und Langzeitfolgen vorzubeugen. Sexy ist das nicht – Überleben aber schon! Jeden Tag erinnert mich das Ding daran, dass ich unheimlich viel Glück gehabt habe. Sowohl mit der Pille als auch dem Rauchen habe ich übrigens damals von einem auf den anderen Tag aufgehört. Und wenn nur eine Frau wenigstens eins von beidem aufgibt, habe ich mit diesem Artikel schon alles erreicht, was ich will.

Ihr wolltet sowieso mit dem Rauchen aufhören? Perfekt! Hier findet ihr wertvolle Tipps dafür.