RTL/ntv Frühstart

Thorsten Frei (CDU) : Land lässt sich nicht dauerhaft stilllegen

25. März 2020 - 10:56 Uhr

Thorsten Frei plädiert für "scheibchenweisen" Ausstieg aus Verboten

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, erwartet einen schrittweisen Ausstieg aus den derzeit verhängten Ausgangsbeschränkungen zur Verlangsamung der Coronavirus-Pandemie. "Ich bin davon überzeugt, dass man eine ganze Bevölkerung oder auch eine gesamte Volkswirtschaft nicht dauerhaft vollständig stilllegen kann", sagte Frei im "RTL/ntv Frühstart". "Es wird ein scheibchenweiser Prozess sein." Der derzeitige "Lockdown" müsse genutzt werden, um Brandherde zu identifizieren und infizierte sowie gefährdete Bürgerinnen und Bürger zu schützen.

Corona-Tests entscheidend für weitere Maßnahmen

In Deutschland würden mehr Menschen auf das Coronavirus getestet "als in jedem andere Land der Erde, im übrigen auch mehr als in Südkorea oder Japan", sagte Frei. "Wir haben in Deutschland jetzt in einer Woche mehr Tests gemacht als die USA beispielsweise in drei Monaten." Das sei ein wesentlicher Punkt für die Eingrenzung der Pandemie. "Das ist etwas, das wir noch weiter verfeinern müssen, weil es auch sozusagen um die Frage geht, wie wir das öffentliche und gesellschaftliche Leben wieder anlaufen lassen."

Frei sieht Bundesregierung gut vorbereitet

Mit Blick auf den vielfach diskutierten "Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012" sagte der CDU-Politiker: "Die Bundesregierung war vorbereitet und ist vorbereitet, aber das ist eine Herausforderung, die weit über den staatlichen Bereich hinausgeht." Es gebe eine "schwierige Situation", sagte Frei. "Das gilt sowohl für Desinfektionsmittel als auch für die Schutzkleidung, insbesondere in den Kliniken, ob das jetzt Masken oder Kittel oder anders mehr sind."

Frei forderte, die Produktionsweise medizinischer Produkte zu überdenken. "Das bedeutet beispielsweise auch, dass wir schauen müssen, dass Medikamente und dergleichen mehr auch wieder in Deutschland und Europa produziert werden, um in Krisen vorbereitet zu sein und weniger abhängig von externen Faktoren."