Auf der Suche nach Perfektion

Thomas Müller übt überraschende Kritik nach Sieg im DFB Pokal-Halbfinale

11. Juni 2020 - 10:36 Uhr

Wenn ein 2:1-Sieg nicht mehr ausreicht

Wieder einmal steht der FC Bayern München im Finale des DFB-Pokals. Zwar gab es diesmal kein Torfestival wie in den Spielen zuvor, letztendlich setzten sich die Münchner aber verdient mit 2:1 gegen Eintracht Frankfurt durch. Bei Thomas Müller klingeln trotzdem die Alarmglocken.

Müller: "Pomadiges Halbfinale"

Endlich mal wieder eine bis zum Ende offene Partie – obwohl der FC Bayern auf dem Platz stand. Das möchte der neutrale Fußball-Fan vom Halbfinal-Duell der Münchner gegen Eintracht Frankfurt gedacht haben.

Bei Thomas Müller hingegen sorgte das in der zweiten Hälfte ausgeglichene Duell eher weniger für Begeisterung. Er zeigte sich im Interview mit der ARD verärgert über die Leistung seines Teams: "Summa summarum war es mit eines der pomadigsten Halbfinals, die ich in Erinnerung habe. Das Pressing hat nicht funktioniert, der letzte Pass war schlecht und die Verwertung der Torchancen ebenfalls." Mit dieser Aussage beweist Müller, dass auf dem Weg zu einem möglichen Triple für den Rekordmeister die höchstmögliche Effizienz nötig ist – auch gegen vermeintlich schwächere Gegner.

Die Leistung gegen Frankfurt führte beim Torjäger zumindest zu Stirnrunzeln. Aber: Sollten die Münchner aus den Fehlern ihre Lehren ziehen, könnte es für die kommenden Gegner kein Vergnügen werden.

Flick bemängelt Spielansetzung

Während seine Mitspieler am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach (ab 18:30 Uhr im RTL-Liveticker) wieder eine dominantere Spielweise auf den Rasen zaubern können, wird Müller in der nächsten Partie nicht beweisen, dass er es (noch) besser kann. Zum ersten Mal in seiner Karriere ist der 30-Jährige bei einem Bundesliga-Spiel gelb-gesperrt.

Das Fehlen des 30-Jährigen ist aber nicht die größte Sorge von Trainer Hansi Flick. Er hadert eher damit, dass sein nicht prall gefüllter Kader kaum mal eine Pause bekommt, um sich zu erholen. "Normalerweise diskutiere ich die Spiel-Ansetzungen wenig, weil man eh nichts tun kann", sagte er in der ARD. Er finde es jedoch "unglücklich", zwischen zwei Bundesliga-Partien wie gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Samstag und nun eben gegen die Borussia ein Pokalspiel bestreiten zu müssen.

"Vielleicht hätte man so ein Halbfinale, ähnlich wie es die Champions League plant, auch nach der Runde machen können, um sich erst einmal komplett auf die Meisterschaft zu konzentrieren", sagte Flick. Er habe dies von Anfang an intern so gesagt, "aber leider ist beim DFB keiner auf die Idee gekommen, das umzusetzen. Das ist so, das muss man hinnehmen."

Ausführlichere Stimmen zum gestrigen DFB-Pokal-Halbfinale gibt es hier.