Kampf gegen Homophobie

Coming-out: Thomas Hitzslsperger macht homosexuellen Profis Mut

Thomas Hitzlsperger outete sich im Januar 2014 in einem Zeitungsinterview
Thomas Hitzlsperger outete sich im Januar 2014 in einem Zeitungsinterview
© imago/Pressefoto Baumann, Julia Rahn, imago sportfotodienst

09. Januar 2019 - 10:35 Uhr

Mut zum Coming-Out

Fünf Jahre ist es her, dass der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger seine Homosexualität öffentlich machte. Jetzt ermutigt der 36-Jährige andere Sportler zum Coming-out. Den Fußballbetrieb sieht er im Kampf gegen Homophobie inzwischen besser aufgestellt.

Fortschritte im Kampf gegen Homophobie

Der Ex-Bundesligaprofi (VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg), der zurzeit unter anderen als Botschafter für Vielfalt beim DFB arbeitet, plädiert dafür, dass sich Sportler zu ihrer Homosexualität bekennen - und damit seinem mutigen Weg folgen. "Alle Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, sollten ermutigende Worte sprechen. Ich würde mir da einen positiveren Ansatz wünschen. Also, da muss man vielleicht auch noch ein wenig Aufklärungsarbeit leisten", sagte Hitzlsperger der ARD-Radio-Recherche Sport.

Die Beispiele für Profis, die sich geoutet haben, sind noch relativ selten. Eine Ausnahme war der LA-Galaxy-Profi Robbie Rogers, der 2013 erklärte, dass er schwul ist und gleichzeitig seinen Rücktritt bekannt gab. Weitere Beispiele sind die ehemaligen NBA-Spieler Jason Collins und John Amaechi oder der NFL-Profi Michael Sam.

Den Fußball sieht er im Kampf gegen Homophobie inzwischen auf einem guten Weg – zumindest auf einem besseren als vor fünf Jahren. Das Thema sexuelle Vielfalt sei nicht mehr so stark tabuisiert wie Anfang 2014. "Es gibt - glaube ich - jetzt eine ganz andere Gesprächsebene."

"Fankurven sind nicht das Problem"

ARCHIV - Fußball Länderspiel, Dänemark gegen Deutschland am 11.08.2010 im Parken Stadion in Kopenhagen, Dänemark. Deutschlands Thomas Hitzlsperger gestikuliert auf dem Spielfeld. Foto: Marcus Brandt/dpa (zu dpa-Meldung: «Hitzlsperger «will nicht zur
Thomas Hitzlsperger lief 52 Mal für das DFB-Team auf
© dpa, Marcus Brandt

Drohungen oder Beschimpfungen von Fußball-Fans sieht das Präsidiumsmitglied des VfB Stuttgart nicht als drohende Gefahr. "Ich glaube, dass die Fankurven definitiv nicht das Problem sind", sagte Hitzlsperger, der noch einen Schritt weiter ging: Fußball-Fans seien mittlerweile "viel aufgeklärter, viel aufgeschlossener."

Dieser Ansicht widerspricht hingegen Eintracht-Präsident Peter Fischer. Er findet, die Zeit für ein Coming-out eines aktiven Profis sei noch nicht reif – auch wenn ihn das "traurig" mache und er sich für die "Gesellschaft schäme".