Kunden in Sorge

Thomas Cook droht Insolvenz: Was heißt das für die 300.000 deutschen Urlauber?

22. September 2019 - 19:50 Uhr

Touristikkonzern verhandelt mit Banken und Regierung

Mit Sorge schauen viele Urlauber auf die Krise des angeschlagenen britischen Reisekonzerns Thomas Cook. Dieser steht offenbar kurz vor der Pleite - und versucht eine Insolvenz noch abzuwenden, indem er mit Banken, Gläubigern und der Regierung in London verhandelt. Am frühen Abend soll der Verwaltungsrat von Thomas Cook zusammenkommen und entscheiden, wie es weitergeht. Aktuell sind rund 600.000 Touristen mit dem Reisekonzern unterwegs - die Hälfte von ihnen aus Deutschland.

Condor-Betrieb läuft normal

"Thomas Cook setzt nach wie vor alles in seinen Möglichkeiten Stehende daran, den Deal zur Rekapitalisierung über die Ziellinie zu bringen", sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber RTL.de "Die Verhandlungen mit allen wesentlichen Stakeholdern sind komplex und dauern an. Derzeit werden die Condor-Flüge regulär durchgeführt."

Einige Touristen aus Großbritannien berichten, in ihrem Hotel in Tunesien festgehalten worden zu sein – weil das Personal Angst hatte, nicht bezahlt zu werden.

Welche konkreten Tipps gibt es für Urlauber?

"Es gibt für den Fall einer Insolvenz Absicherungen, das ist per Gesetz geregelt", sagt RTL-Reiseexperte Ralf Benkö. "Gerade bei Pauschalreisen gibt es eine Versicherung." In der Praxis helfen dann andere Fluggesellschaften, Touristen nach Deutschland zu holen, wenn deren Reiseanbieter oder die gebuchte Airline pleite ist. So war es jüngst auch im Falle der insolventen Germania, die Anfang Februar Insolvenz angemeldet hatte und sofort den Flugbetrieb einstellte.

Großbritannien bereitet sich auf Rettung von Urlaubern vor

"Wer seinen Rückflug selbst organisiert, droht auf den Kosten sitzen zu bleiben", sagt ntv-Wirtschaftschef Ulrich Reitz. "Bei einem Konkurs fließt die Forderung in die Insolvenzmasse ein. Ob man seine Kosten erstattet bekommt, ist mehr als fraglich."

In Großbritannien wappnen sich Regierung und Luftfahrtaufsicht bereits dafür, dass eine Rettung von Thomas Cook scheitern könnte. Außenminister Dominic Raab sagte, dass keine Urlauber im Ausland hängengelassen würden. "Wir hoffen, dass es weitergehen kann", sagte er. Aber man habe Notfallpläne eingerichtet, "um sicherzustellen, dass wir im schlimmsten Fall alle diejenigen unterstützen können, die sonst gestrandet wären", sagte Raab der BBC.