Der Weihnachtsurlaub fällt flach

Thomas Cook Deutschland sagt alle Reisen bis Jahresende ab

© dpa, Clara Margais, vco

9. Oktober 2019 - 12:15 Uhr

Thomas-Cook-Pleite hat weitere Folgen für Urlauber

Die Pleite von Thomas Cook hat viele deutsche Urlauber hart getroffen. Jetzt gibt das Unternehmen bekannt: Die Reisesperre wird verlängert - alle Reisen, die bis Ende des Jahres angetreten werden sollten, können ebenfalls nicht stattfinden. Zuvor waren bereits alle Reisen bis zum 31. Oktober abgesagt worden. Damit fällt für Tausende Deutsche wohl der Weihnachtsurlaub flach.

Ist meine Thomas-Cook-Reise betroffen?

Laut des Unternehmens sind alle Reisen mit Abreisedatum bis zum 31.12.2019 von der Sperre betroffen – egal, ob sie vollständig oder nur teilweise bezahlt wurden. Die Sperre gilt für alle Reisen, die über die Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, ÖGER TOURS, Bucher Reisen und Air Marin sowie für über Thomas Cook International gebucht wurden.

Was passiert mit Thomas-Cook-Reisen ab dem 1. Januar 2020?

"Wir bedauern sehr, dass wir diese Reisen absagen müssen, können aber deren Durchführung nicht gewährleisten", erklärt Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH. "Mit dieser Entscheidung möchten wir aber auch eine größere Planungssicherheit insbesondere über die Weihnachtsfeiertage schaffen. Denn wir wissen, dass die Unklarheit der vergangenen zwei Wochen für unsere Kunden und Vertriebspartner sehr schwierig war. Dafür bitten wir von Herzen um Entschuldigung."

Man arbeite gemeinsam mit der Insolvenzverwaltung mit Hochdruck daran, ab dem 1. Januar 2020 gebuchte Reisen wieder durchführen zu können, hieß es weiter. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass beinahe alle der während ihres Urlaubs gestrandeten 140.000 Touristen mittlerweile wieder zu Hause seien.

Wie bekomme ich von Thomas Cook mein Geld zurück?

Für die Abwicklung von Ansprüchen hat die Zurich die KAERA AG beauftragt. Geltendmachungen von Ansprüchen werden ausschließlich über dieses Webformular entgegengenommen. Der Sprecher der Versicherungsgesellschaft Zurich, Bernd Engelien, teilte allerdings bereits Anfang Oktober mit, dass die Versicherungsssumme nicht für alle Reisen ausreichen werde.

Im Video: So hart trifft die Pleite deutsche Urlauber

Für Tausende Deutsche fällt der Jahresurlaub ins Wasser

Viele Deutsche waren von der Pleite überrascht worden und hatten teilweise stundenlang ratlos am Flughafen ausharren müssen. Andere konnten ihre Reise gar nicht erst antreten - obwohl sie teils monatelang darauf gespart und die Reise schon bezahlt hatten. Für einige kam es besonders dicke: Sie wurden gezwungen, ihren Urlaub vor Ort noch mal zu bezahlen – denn auch die Hoteliers sind von der Pleite des Reiseunternehmens direkt betroffen. In Spanien mussten Hunderte Hotels wegen der Pleite ebenfalls Insolvenz anmelden.