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Therapeut fliegt mit Kinderschänder nach Thailand - der missbraucht dort 13-Jährigen

Stiftete der Therapeut den Angeklagten zum Kindesmissnbrauch in Thailand an?
Vor dem Landgericht Bad Kreuznach gestand der Angeklagte den Kindesmissbrauch weitestgehend (Symbolbild). © dpa, Volker Hartmann, vh olg tba

Skurrile Enthüllungen im Prozess vor dem Landgericht Bad Kreuznach

Bei der Geschichte dieses Falls kann man nur den Kopf schütteln. Ein Pädophiler steht in Bad Kreuznach vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, einen 13-Jährigen in Thailand schwer missbraucht zu haben. Dorthin gebracht hat ihn offenbar jemand, der ihm eigentlich hätte helfen sollen: Sein Therapeut. Wie 'Bild' berichtet, reiste der Psychologe mit dem Angeklagten zum Sex-Urlaub nach Asien, statt ihn zu behandeln.

Auch Sohn der Lebensgefährtin auf belastenden Videos zu sehen

Das Opfer wurde dem 44-Jährigen laut Anklageschrift von einem Zuhälter vorgestellt. Die Tat ereignete sich bereits vor zwölf Jahren, flog aber erst auf, als 2015 das Haus des Angeklagten durchsucht wurde. Die Ermittler fanden belastendes Video-Material und erhoben Anklage, die jetzt vor dem Landgericht Bad Kreuznach verhandelt wird.

Die Vorwürfe lauten: Sexueller Missbrauch eines Kindes in sechs Fällen, schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes in einem Fall, Herstellen von zwei kinderpornografischen Schriften und Besitz von kinderpornografischen Schriften. Denn auch vor dem minderjährigen Sohn seiner thailändischen Lebensgefährtin machte der Angeklagte offenbar nicht Halt: Der Zehnjährige soll ebenfalls auf den widerlichen Aufnahmen zu sehen sein.

Ein Mann aus dem Kreis Bad Kreuznach soll in Thailand ein Kind mehrfach sexuell missbraucht haben. Der 44-Jährige muss sich deswegen seit Dienstag vor dem Landgericht Bad Kreuznach verantworten; dorthin war das Verfahren von einem Amtsgericht überwiesen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann außerdem vor, pornografische Filme hergestellt und besessen zu haben. Der 44-Jährige hat die Taten gestanden. Ein Urteil könnte am Montag gesprochen werden. Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

Therapeut will Angeklagten nicht angestiftet haben

Vor Gericht kam es zu skurrilen Enthüllungen. So sagte der Verteidiger des Angeklagten laut 'Bild', sein Mandant gebe die Taten zu und habe die sexuellen Handlungen mit dem 13-Jährigen mit einer Kamera gefilmt, die er sich vom Therapeuten geliehen habe. Auch die bei ihm gefundenen Kinderpornos habe er überwiegend von seinem Therapeuten bekommen, den er bei einer Selbsthilfegruppe kennengelernt habe. Der soll auch die Idee für die Reise gehabt haben und sie als Teil eines Therapiekonzepts angesehen haben - Konfrontation des Patienten mit den eigenen verbotenen Neigungen.

Der Therapeut bestreitet vor Gericht alles. Sein Patient habe eine kritische Phase durchlebt und einfach mal rauskommen wollen. Dafür sei Thailand ideal gewesen, weil die Menschen dort seiner Meinung nach nicht so mürrisch wie in Deutschland sind. Auch von der Behauptung, die Reise sei Teil einer Sexualtherapie, will er nichts wissen, führt das aber wegen der Schweigepflicht nicht weiter aus. Auf den Psychologen kommt wegen der "Dienstreise" noch ein eigenes Verfahren zu.

Mittlerweile hat der Angeklagte den Therapeuten gewechselt. Der Prozess wird am 29. Januar fortgesetzt.

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