Thailands Fluten: Milliardenforderungen an Versicherungen

15. Februar 2016 - 2:26 Uhr

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Thailand sind bei Versicherern bereits Forderungen in Höhe von vier Milliarden Dollar (3,0 Mrd Euro) eingegangen. Das berichtete der deutsche Rechtsanwalt Till Morstadt von der Firma Lorenz und Partners in Bangkok. Er bezog sich auf eine Schätzung der US-Versicherungsratingagentur A.M. Best. Nach diesen Angaben liegt der Schaden bei den 10.000 betroffenen Fabriken bei schätzungsweise 25,6 Milliarden Dollar. Der versicherte Schaden belaufe sich wahrscheinlich auf zehn bis 20 Milliarden Dollar, wovon ein Großteil auf Verluste durch Betriebseinstellung entfalle.

Allein in den sieben Industrieparks bei Ayutthaya nördlich von Bangkok schätzt die thailändische Versicherungskommission den Schaden auf 20 Milliarden Baht (477 Mio Euro). Dort stand Hunderte Fabriken wochenlang unter Wasser, darunter ein Werk des japanischen Autoherstellers Toyota und eines des deutschen Heizungsspezialisten Stiebel-Eltron. Morstadt riet den Unternehmern, bei künftigen Versicherungsabschlüssen mit thailändischen Firmen die finanzielle Bonität der Versicherer zu hinterfragen. Thailändische Versicherungen brauchten nach dem Gesetz keine Rückversicherer. Nach seinen Angaben sind weniger als ein Prozent der 800.000 betroffenen Privathaushalte überhaupt versichert.