Wegen der Corona-Krise bleiben die Touristen weg

Thailands Elefanten droht der Hungertod

Über 1.000 Elefanten könnten in Thailand verhungern, weil wegen der Corona-Krise kaum noch Geld für ihr Futter da ist.
© The Kindred Spirit Elephant Sanctuary, Spencer Rohatynski

03. April 2020 - 13:40 Uhr

Thailands Tourismus liegt am Boden

Über 1.000 Elefanten könnten in Thailand verhungern, weil kaum noch Geld für ihr Futter da ist. Denn die Corona-Krise hat den Tourismus fast vollständig zum Erliegen gebracht – und der ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in dem südostasiatischen Land.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Kaum noch Geld für Elefantenfutter da

Das Reiten auf Elefanten ist in Thailand noch immer eine beliebte Touristenattraktion. Weil nur noch wenige Besucher kämen, könnten sich viele Pfleger das Futter für die Tiere nicht mehr leisten, berichtet die BBC. In Thailand leben dem Bericht zufolge etwa 4.000 Elefanten in Gefangenschaft. Ein Dickhäuter frisst bis zu 200 kg Futter pro Tag.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden in Thailand bisher 1.771 Infektionen mit dem Coronavirus registriert (Stand: 1. April, 10 Uhr). Die Grenzen sind für alle Touristen geschlossen.

Düstere Aussichten für die Dickhäuter

Lek Chailert, Gründer der Tierschutzorganisation "Save Elephant Foundation", sagte der BBC: "Ohne Unterstützung verhungern diese Elefanten – oder sie werden an die Straße gestellt, um zu betteln." Die Tiere könnten auch an Zoos verkauft oder im illegalen Holzgeschäft landen, das 1989 offiziell den Einsatz von Elefanten verbot. Die Aussichten seien düster, wenn nicht sofort finanzielle Hilfe geleistet werde, ergänzte die Tierschützerin.

Chailert setzt sich nach Angaben der "Save Elephant Foundation" gegen das Elefantenreiten ein und rettet die Tiere aus Reitcamps. In der Krisenzeit stünde allerdings die Versorgung der Dickhäuter im Vordergrund, erklärt die Organisation gegenüber RTL.

Elefanten wirken nicht mehr glücklich

Elefanten in Thailand
Wenn Elefanten zu wenig zu essen bekommen, haben sie weniger Lust zu spielen und können sie depressiv werden.
© The Kindred Spirit Elephant Sanctuary, Alex Johncola

Kerri McCrea, die die thailändische Tierschutzorganisation "Kindred Spirit Elephant Sanctuary" leitet, erklärte, Dorfbewohner aus der Nähe hätten aus Geldmangel schon etwa 70 Elefanten in ihr Gebiet zurückgebracht. Die Tiere wirkten nicht mehr glücklich, würden nicht mehr spielen, mit dem Schwanz wedeln oder "Staubbäder" nehmen. Denn Elefanten würden depressiv, wenn sie hungrig sind. Bis zu drei Stunden am Tag muss McCrea fahren, um ausreichend Gras und Mais für die fünf Elefanten in ihrer Obhut zu bekommen.

"Im schlimmsten Fall", fürchtet die Tierschützerin, "müssen sich die Besitzer zwischen sich und ihren Elefanten entscheiden". Immerhin würden die Tiere nicht einfach im Stich gelassen. "Die Menschen hier haben nicht viel, aber sie tun alles, um die Elefanten am Leben zu erhalten."