Thailand: Sturm auf die Machtzentrale - erste Todesopfer bei Protesten

© dpa, Narong Sangnak

20. Mai 2014 - 13:34 Uhr

Ministerpräsidentin Shinawatra vor Demonstranten in Sicherheit gebracht

Die Situation in Thailand wird kritischer: Beim Ansturm von tausenden Demonstranten auf die Machtzentrale der thailändischen Regierung hat die Polizei Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt. Erklärtes Ziel der Protestler ist es, die Regierung zu stürzen. Tausende Polizisten sind im Einsatz, um Regierungssitz und Polizeizentrale zu verteidigen. Zehntausende Regierungsgegner rückten an verschiedenen Stellen der Stadt gegen Regierungseinrichtungen vor. In den vergangenen Tagen hatte die Polizei nicht eingegriffen.

Die seit einer Woche eskalierenden Proteste verliefen zunächst friedlich, he es erstmals zu Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Demonstranten-Gruppen kam. Zwei Menschen kamen ums Leben und mehrere wurden verletzt. Die Regierung rief ihre eigenen Anhänger auf, in die Provinzen zurückzukehren. Sie hatten sich in einem Stadion in der Hauptstadt versammelt, um Loyalität zu demonstrieren. Die Polizei schätzte die Zahl auf 60 000.

"Nur eine Marionette ihres Bruders"

Unterdessen ist Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra vor aufgebrachten Regierungsgegnern in Sicherheit gebracht worden. Nach Auskunft eines Mitarbeiters der Regierungschefin stürmten Demonstranten in der Hauptstadt Bangkok das Gelände eines Sportclubs der Polizei, wo sich Yingluck aufhielt. Sie habe das Gebäude wohlbehalten verlassen und sei an einen anderen Ort gebracht worden.

Aus Sicht der Demonstranten ist Yingluck nur eine Marionette ihres Bruders, des vom Militär gestürzten Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra, der sich im Exil befindet.