Thailand: 40 tote Tigerbabys in umstrittenem Tempel gefunden

In einer Tiefkühltruhe wurden 40 tote Tigerbabys gefunden
In einer Tiefkühltruhe wurden 40 tote Tigerbabys gefunden
© REUTERS, HANDOUT

03. Juni 2016 - 15:53 Uhr

Tiere für den Schwarzmarkt gezüchtet?

Sie lagen versteckt in der Tiefkühltruhe: 40 tote Tigerbabys wurden in Thailands umstrittenem Tiger-Tempel Luangta Maha Bua gefunden. Auch ein toter Bär sowie die Hörner verschiedener Tiere seien in einer Futter-Kühltruhe sichergestellt worden. Der stellvertretende Leiter der Naturschutzbehörde, Adisorn Nuchdamrong, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Mönche. "Der Tempel hat diese toten Jungen niemals registrieren lassen, sie sind illegal."

Die buddhistische Anlage in Kanchanaburi, 120 Kilometer westlich von Bangkok, war bisher bei Touristen beliebt, die sich mit den 137 dort lebenden Tigern gern fotografieren ließen. Gegen den Widerstand der Tempelverwaltung haben nun Mitarbeiter der thailändischen Naturschutzbehörde zahlreiche Tiger abtransportiert. Im Laufe dieser Woche sollen alle Tiger aus dem Luangta-Maha-Bua-Tempel abgeholt werden. Die Tiere sollen in staatliche Zuchtprogramme kommen. Tempel-Mitarbeiter ließen zehn Raubkatzen frei, um den Abtransport zu behindern.

Naturschützer werten den Fund der Tigerbabys als Bestätigung dafür, dass die Einrichtung illegal die Zucht und den Handel mit bedrohten Tierarten betrieben hat. "Diese Tiere wurden gezüchtet und versteckt. Ich glaube, dass sie hier gelagert wurden, um in Teilen auf dem Schwarzmarkt verkauft zu werden", sagte der Leiter der "Wildlife Friends Foundation of Thailand", Edwin Wiek.

Dem Abtransport der Tiger ging ein jahrelanger Streit voraus. Erst Ende April hatte der Tempel eine Genehmigung für Zoobetrieb auf seinem Land erhalten. Ein Sprecher der Naturschutzbehörde sagte jedoch, dies habe keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt, die Tiger wegzubringen.