Textnachricht von Reeva Steenkamp enthüllt: Sie hatte Angst vor ihm

Ein sichtlich mitgenommener Oscar Pistorius. Brilliantes Schauspiel oder doch aufrichtig?
Ein sichtlich mitgenommener Oscar Pistorius. Brilliantes Schauspiel oder doch aufrichtig?
© dpa, Pool

15. April 2014 - 18:09 Uhr

Streit und Spannungen

Der Mordprozess um Ex-Paralympicsstar Oskar Pistorius geht in die nächste Runde. Am heutigen Verhandlungstag befindet sich der Angeklagte erneut im Kreuzfeuer der Staatsanwaltschaft.

In dem Verhör gab der Angeklagte zu, Streit und Spannungen mit seiner Freundin Reeva Steenkamp gehabt zu haben. Gleichzeitig betonte er jedoch immer wieder seine Liebe. "Ich war sehr verliebt in sie, ich war vernarrt in sie, aber ich glaube, ich stand mehr auf sie als sie auf mich", sagte der Südafrikaner vor Gericht in Pretoria. Zuweilen sei er "unsicher und eifersüchtig gewesen".

Am 27. Januar 2013 hatte Steenkamp ihm laut einer Textnachricht, die Pistorius am 18. Verhandlungstag mit gebrochener Stimme laut vorlas, heftige Vorwürfe gemacht. Während sie alles tue, um ihn glücklich zu machen, reagiere er oft unwillig, hatte das Model geschrieben. Manchmal habe sie Angst vor ihm. Sie sei deshalb sehr unglücklich. Weinend las der 27-Jährige anschließend seine Entschuldigung an seine damalige Freundin vor.

Pistorius streitet die tödlichen Schüsse auf Steenkamp zwar nicht ab, erklärt die Tat aber als "tragisches Versehen". Er habe in der Nacht zum 14. Februar 2013 in Panik durch die verschlossene Toilettentür seines Hauses geschossen, weil er dort einen Einbrecher vermutete. Dem behinderten Sportler wird nach der Befragung durch seinen Verteidiger, Staatsanwalt Gerrie Nel Rede und Antwort stehen müssen.

Experten rechnen mit einem mehrtägigen Kreuzverhör. Zu Beginn der Woche hatte sich Pistorius aufgewühlt und weinend bei Familie und Freunden von Reeva Steenkamp entschuldigt. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.