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Textilindustrie in Bangladesch: So leiden Überlebende an den Folgen der Brandkatastrophen

Textilindustrie in Bangladesch: So leiden Überlebende an den Folgen der Brandkatastrophen

RTL-Reporter Alexander Römer spricht mit Opfern und Hinterbliebenen

Bangladesch ist neben China die Nähstube der Welt. Auch viele Modeketten, die in Deutschland verkaufen, produzieren dort besonders billig. Den Preis zahlen häufig die heimischen Arbeiter. Rund 700 Menschen sind in den vergangenen Jahren bei Bränden in Textilfabriken ums Leben gekommen.

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Die zweifache Mutter Tahera Begum muss nach dem schlimmen Brand im November 2012 von ihrem Mann gepflegt werden.

RTL-Reporter Alexander Römer war in Bangladesch und hat mit Opfern und Hinterbliebenen gesprochen. Unter anderem traf er die zweifache Mutter Tahera Begum, die Kleidung für C&A genäht hat und bei einem Brand in ihrer Fabrik fast ums Leben gekommen wäre. "Ich kann die Kinder nicht mehr in die Schule schicken, nichts mehr selbstständig erledigen. Ich bin krank, meine Zukunft ist ungewiss" erzählt die 30-Jährige. Ihr Mann muss sie pflegen, arbeiten kann er nicht mehr.

Mit versteckter Kamera macht sich Römer unter anderem auf zu der Fabrik, in der im November vergangenen Jahres in der Nähe der Hauptstadt Dhaka 112 Menschen sterben mussten, weil Notausgänge und Fenster verriegelt waren. Auch C&A konfrontiert der Reporter mit den katastrophalen Arbeitsbedingungen. Das Unternehmen sei bereit mehr Geld in Brandschutz zu investieren, aber nur wenn andere Firmen mitmachten, erklärte Sprecher Thorsten Rolfes. Da aber bislang zu wenige Bekleidungsfirmen das aktuelle Brandschutzabkommen unterschrieben hätten, sei dies keine Option.