Immer mehr unbegleitete Migrantenkinder versuchen in die USA zu kommen

US-Soldat rettet 10-jähriges Mädchen aus dem Rio Grande

Dieses kleine Mädchen rettete ein US-Soldat aus dem Rio Grande, nachdem sie ein Schmuggler zurückgelassen hatte.
Dieses kleine Mädchen rettete ein US-Soldat aus dem Rio Grande, nachdem sie ein Schmuggler zurückgelassen hatte.
© twitter/USBPChiefLRT

24. April 2021 - 21:22 Uhr

Sie wurde von einem Schmuggler zurückgelassen

Da hatte ein kleines Mädchen einen großen Schutzengel: Eine 10-jährige Migrantin aus El Salvador drohte im Rio Grande zu ertrinken, nachdem ein Schmuggler sie beim Versuch in die USA zu kommen in dem Fluss zurückgelassen hatte. Doch ein US-Soldat rettete ihr das Leben. Der Vorfall ist bereits der dritte in nur einer Woche.

Mädchen kämpfte im Rio Grande ums Überleben

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Das Mädchen sei von einem Menschenschmuggler ausgesetzt worden, heißt es.
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Das Mädchen sei von einem Menschenschmuggler ausgesetzt worden, schrieb die "Daily Mail". Die US-Zeitung berichtete, dass laut der US-Zollbehörde mehrere Personen auf der illegalen Überfahrt von Mexiko in die Vereinigten Staaten waren, als der Soldat das Kind am Dienstagabend entdeckte.

Die Gruppe und der Schmuggler seien wieder nach Mexiko geflohen und hätten das Mädchen zurückgelassen. Das Kind habe daraufhin im reißenden Fluss um sein Überleben gekämpft. Die Kleine habe sich nur mit Mühe über Wasser halten können. Der Soldat habe nicht lange gezögert und war ins Wasser gesprungen. Er schaffte es, das Mädchen aus den Fluten zu retten und sicher ans Ufer zu bringen.

Fluss wird von Migranten und Schmugglern überquert

Der Rio Grande entspringt in den Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado und fließt dann Richtung Mexiko. Dabei bildet er auch einen Teil der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Er wird von Migranten und Schmuggler überquert, die versuchen in die USA zu gelangen. Der Soldat der US-Armee, der das Mädchen rettete, sei in der Grenzregion des US-Bundesstaates Texas stationiert und unterstütze mit seiner Einheit die US-Zollbehörde.

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Bereits das dritte unbegleitete Kind innerhalb einer Woche

Da er selbst Vater ist, sei es für ihn besonders frustrierend, ein kleines Kind zu sehen, das von Schmugglern in den reißenden Strömungen des Rio Grande sich selbst überlassen wird, sagte der leitende Patrouillenagent, Matthew J. Hudak gegenüber "Daily Mail". Das Mädchen sei bereits die dritte unbegleitete Minderjährige in weniger als einer Woche, die von US-Behörden im Rio Grande gerettet wurde. Alle drei Minderjährigen seien von Menschenschmugglern ausgesetzt worden.

Zuvor hatten Grenzschutzbeamte den Angaben zufolge zwei ausgesetzte Jungen im Alter von 7 und 13 Jahren aus Honduras auf einer kleinen Insel in der Mitte des Rio Grande gefunden. Die Jungen hätten den Beamten erzählt, dass sie mit einem Mann unterwegs waren, der ihnen versprochen hätte, sie über die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko zu bringen. Dann sei er aber verschwunden.

Alarmierender Anstieg: Immer mehr unbegleitete Kinder an der US-Grenze

Das Mädchen aus El Salvador habe den Angaben zufolge keine medizinische Hilfe benötigt. Sie befinde sich jetzt in der Obhut des amerikanischen Gesundheitsministeriums. Laut der US-Zollbehörde häufen sich in diesem Jahr die Fälle, bei denen US-Soldaten das Leben von Migranten im Rio Grande retten müssen, so der Bericht der "Daily Mail".

Die US-Regierung habe einen alarmierenden Anstieg von unbegleiteten Kindern festgestellt, die illegal die südwestliche Grenze der USA überqueren. Das US-Ministerium für innere Sicherheit habe Daten, die zeigen, dass Grenzpolizisten im Februar rund 9.000 unbegleitete minderjährige Migranten angehalten habe, weil sie illegal aus Mexiko in die USA eingereist sind. Die Anzahl der allein an der Grenze ankommenden Migrantenkinder sei im März deutlich auf mehr als 18.000 angestiegen.