"Mit so was tut ihr euch keinen Gefallen, wenn ihr einen Job sucht"

Agentur erntet Shitstorm mit Bikini-Foto von Bewerberin

An diesem Foto von Emily nahm die Agentur Anstoß.
© Instagram/clowd_nine

07. Oktober 2019 - 15:22 Uhr

Post sollte andere Bewerber aufklären

Emily Clow aus Austin, Texas (USA) ist eine junge, attraktive Frau, die auf Instagram gerne ihren Körper in Szene setzt. Für die Marketing-Agentur "Kickass Masterminds" offensichtlich zu freizügig: Als sich Emily dort um eine Praktikumsstelle bewarb, postete die Agentur auf ihrer eigenen Instagram-Seite ein Bikinifoto der 24-Jährigen – als Abschreckung für alle anderen Bewerber. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten.

„Ich suche Marketing-Experten, kein Bikinimodel“

Immerhin 12.100 Abonnenten hat Emily auf Instagram. Für sie offenbar ein Argument, das sie ihrem potenziellen Arbeitgeber nicht vorenthalten wollte. Doch dass sie in ihrer Bewerbung ihre Social-Media-Kanäle verlinkte, gefiel der Geschäftsführerin Sara Christensen offenbar überhaupt nicht. Sie postete eine Story mit einem Foto, auf dem Emilys Körper im Bikini zu sehen ist. Dazu die Warnung:

"Servicemeldung (weil ich weiß, dass einige von euch Bewerbern das sehen): Teilt nicht eure Social-Media-Seiten mit einem potenziellen Arbeitgeber, wenn das ihr Inhalt ist. Ich suche nach Marketing-Experten, nicht nach einem Bikinimodel." Weiterhin empfahl Sara, privat zu tun, was man wolle, "aber mit so was tut ihr euch keinen Gefallen, wenn ihr einen professionellen Job sucht."

Shitstorm wegen „Slut Shaming“

Im Netz ging dieser Ratschlag kräftig nach hinten los - dem Unternehmen wurde Sexismus und Cyber-Mobbing vorgeworfen. Emily selbst schrieb auf Twitter: "Ich wurde heute von einem Unternehmen wegen einem Foto im Bikini zum Objekt gemacht. Ich bin immer noch baff, dass die Firma so gehandelt hat."

"Die sind einfach neidisch", schrieb ein User über die Agentur, in der nur Frauen arbeiten. "Verklag sie dafür, dass sie das Bild zu kommerziellen Zwecken genutzt haben!" riet ein anderer. Eine Userin entlarvte die Warnung der Agentur sogar mit einem Bildbeitrag als Doppelmoral: "Die Ironie an der Sache ist, dass sie auf ihrer 'professionellen' Instagram-Seite ein Foto haben, auf dem alle Badeanzüge tragen." Und sogar ein Selfie der Gründerin Sara Christensen tauchte auf, auf dem diese auf den BH unter ihrem verrutschten Top zeigt.

Innerhalb kürzester Zeit stellten sich so viele User auf Emilys Seite, dass die Agentur "Kickass Masterminds" sowohl all ihre Social-Media-Kanäle als auch die eigene Website deaktivierte. Für Emily könnte der Trubel allerdings durchaus Vorteile haben: Sie bekam offenbar bereits Angebote für ein Praktikum in anderen Agenturen.