Texas: Hinrichtung von geständigem Serienmörder in letzter Sekunde aufgeschoben

In letzter Minute ist in Texas die Hinrichtung eines geständigen Serienmörders ausgesetzt worden.
In letzter Minute ist in Texas die Hinrichtung eines geständigen Serienmörders ausgesetzt worden.
© Reuters

19. Oktober 2017 - 15:35 Uhr

Hinweise auf weiteres Verbrechen aufgetaucht

Eigentlich sollte Anthony Shore am Mittwoch in einem Gefängnis in Texas durch die Giftspritze sterben. Doch die Hinrichtung des geständigen Serienmörders wurde kurzfristig ausgesetzt. In seiner Zelle wurden Hinweise auf ein weiteres Verbrechen gefunden - für das ein anderer Mann zum Tode verurteilt wurde.

Wer tötete Melissa Trotter?

Laut 'AFP' ist Shore wegen Folter, Vergewaltigung und Ermordung von drei Mädchen und einer jungen Frau zwischen 1986 und 1995 zum Tode verurteilt worden. Doch bevor er jetzt hingerichtet werden konnte, setzte ein Richter den Termin aus. Der Grund: Im Juli wurde Shores Zelle durchsucht. Dabei fanden Beamte Dokumente über einen Mord an einer Studentin namens Melissa Trotter. Die 19-Jährige war 1998 tot aufgefunden worden. Dass bei Shore Fotos vom Tatort und Kopien von Beweisstücken gefunden wurden, ließ die Ermittler stutzig werden. Denn für das Verbrechen soll im November ein Mann namens Larry Swearingen hingerichtet werden.​

Shore bat um seine Hinrichtung

Die Staatsanwalt prüft jetzt, ob Shore etwas mit dem Tod Trotters zu tun gehabt hat. Er sei "absolut überzeugt von Swearingens Schuld", schrieb Staatsanwalt Brett Ligon in einem Brief an den texanischen Gouverneur. Ligon und seine Kollegen befürchten allerdings, dass Shore sich nach seiner Hinrichtung womöglich in einem Bekennerschreiben posthum zu einem weiteren Mord bekennen könnte, den er womöglich gar nicht begangen hat.

Als neuer Termin für die Hinrichtung Shores wurde der 18. Januar festgelegt. Shore hatte im Prozess die vier Morde und die Vergewaltigung gestanden und darum gebeten, hingerichtet zu werden.