Kein Sch***: Das Teil kostet 23 Millionen Euro

Teuerstes Klo "der Welt": Diese Toilette benutzen bald die ISS-Astronauten

29. September 2020 - 9:48 Uhr

Wie gehen Astronauten auf die Toilette?

Wie gehen eigentlich Astronauten auf die Toilette? Während auf der Erde die Schwerkraft hilft, ist es im Weltall ungleich schwieriger, dringenden Bedürfnissen nachzukommen. Deshalb hat die Nasa eine neue Astronauten-Toilette entwickelt – für schlappe 23 Millionen Dollar.

Entwickelt für künftige Mondmissionen

Die Ingenieure haben die Weltraum-Toilette für künftige Mondmissionen entwickelt. Getestet werden soll das Hightech-Klo mit dem schönen Namen "Universal Waste Management System" (UWMS) vorab auf der International Space Station (ISS), schon demnächst soll es ins All geschossen werden.

Mit herkömmlichen Toiletten ist die Konstruktion weder technisch noch optisch zu vergleichen – denn auch auf einer Raumstation ist es so eine Sache mit dem Toilettengang. Ein Fenster zum Lüften gibt es nicht, die Astronauten müssen sich wegen der Schwerkraft mit Bändern festschnallen. Aus Gründen der Privatsphäre befindet sich die Toilette in einer Kabine wie in einer öffentlichen Toilette auf der Erde, Ausscheidungen kommen in ein Abfallhygienefach.

Lästige Oberschenkelgurte adé

Auch mit dem neuen UWMS werden Hinterlassenschaften nicht weggespült oder in den Weltraum geschossen – Urin wird als Trinkwasser wiederaufbereitet. "Wir recyceln etwa 90 Prozent aller wasserbasierten Flüssigkeiten auf der Space Station, inklusive Urin und Schweiß", wird Astronautin Jessica Meir zitiert. Denn Wasser ist im All rar. Für den Urin gilt laut Meir: "Der Kaffee von heute ist der Kaffee von morgen."  Feste Ausscheidungen dagegen werden in einzelnen wasserdichten Beuteln abgefangen, eine kleine Anzahl wird zur Auswertung auf die Erde zurückgebracht, der Rest verbrannt.

Das UWMS besteht aus dicken Rohren, Tanks und Kesseln, eine Klobrille sucht man vergebens. Dafür ist das Luxus-Klo 65 Prozent kleiner und 40 Prozent leichter als die derzeitige ISS-Toilette. Auf dem Unisex-Abort kommt entweder ein Schlauch oder ein kleiner Schlitz zum Einsatz. Zudem gibt es Fußstützen und Haltegriffe für Astronauten, die damit verhindern, einfach wegzuschweben. Die Neuerung sei auf ausdrücklichen Wunsch der Raumfahrer installiert worden, da die Oberschenkelgurte als nicht angenehm empfunden worden seien.