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Teuerste Scheidung der Welt: Natalia Potanina stehen 6,7 Milliarden Euro zu!

Teuerste Scheidung der Welt: Natalia Potanina stehen 6,7 Milliarden Euro zu!

Natalia Potanina steht in der Kritik - zu Unrecht, findet Lina Sasnauskaite in ihrem Kommentar.
Natalia Potanina steht in der Kritik - zu Unrecht, findet Lina Sasnauskaite in ihrem Kommentar.

Ein Kommentar von Lina Sasnauskaite

Natalia Potanina verlangt nach der Scheidung von ihrem Ex die Hälfte seines Vermögens: 6,7 Milliarden Euro. Dass sie dafür jetzt in der Kritik steht, ist mehr als unfair.

„Hiermit erkläre ich Sie zu Mann und Frau. Bis dass der Tod Euch scheidet.“ Mit einer Eheschließung versprechen sich zwei Menschen, sich in guten wie in schlechten Zeiten zu lieben. Das ist zumindest der romantische Teil. Sie schließen damit aber auch einen Vertrag ab. Möchte dann ein Partner früher aus dem Vertrag heraus, geht das natürlich. Nach russischem Recht wird das während der Ehe hinzugewonnene Vermögen bei einer Scheidung zu gleichen Teilen aufgeteilt. Soweit alles logisch. Eigentlich müsste auch noch eine Art Strafe gezahlt werden, um einen bestehenden Vertrag frühzeitig aufzulösen. Aber sind wir mal nicht so kleinlich…

Natalia Potanina und der russische Oligarch Wladimir Potanin waren 30 Jahre verheiratet, haben drei Kinder. Dann ließ sich der 54-Jährige von seiner Frau scheiden. Also stehen beiden Partnern die Hälfte des Vermögens zu - auch klar! Wladimir Potanin bekommt 6,7 Milliarden Euro und Natalia Potanina 6,7 Milliarden Euro. Somit wäre das die teuerste Scheidung ever. Aber es handelt sich nun mal auch um Russlands reichsten Mann. Also ist es doch ihr gutes Recht!

Sie verlangt nicht mehr als das, was ihr auch gesetzlich zusteht. Warum sollte sie das auch nicht tun? Und es ist auch wieder dieses typische Mann-Frau-Spiel: Niemand würde sich aufregen, wenn ein Mann bei einer Scheidung einfach nur das verlangt, was das Gesetz vorschreibt t. Warum wird sie also direkt als verbitterte Ex bezeichnet, die unverschämte Forderungen hat?

Warum vergessen alle plötzlich, dass eine Ehefrau in einer Beziehung gleichberechtigt ist? Sind 30 Jahre als Mutter von drei Kindern, Hausfrau und Motivatorin für den Ehemann also keine Arbeit?

Natürlich ist das eine Summe, die deutlich höher ist als das, was ‚Normalos‘ zum Leben brauchen, aber es muss auch im richtigen Verhältnis gemessen werden. Laut dem Wirtschaftsmagazin ‚Forbes‘ ist Wladimir Potanin die Nr. 1 der reichsten Russen. Weltweit belegt er Platz 60 der reichsten Menschen.

Es geht hier also nur ums Grundprinzip und nicht um eine absichtlich fiese Rache einer verletzten Ex! Gleiches Recht für alle - ob Mann oder Frau, ob Normalsterbliche oder Milliardäre.! Warten wir nun also ab, wie die Richter am 1. Juli entscheiden – und wer von den beiden am Ende der Gewinner dieser Scheidung sein wird.