"Testsieger!" - Löws Himmelstürmer jubeln auf dem Thron

03. Juli 2017 - 14:43 Uhr

Erfolgreicher Sommer für den deutschen Fußball: Zwei Tage nach dem Triumph der U21-Nationalelf bei der EM in Polen gewann die als Perspektivteam gehandelte A-Nationalmannschaft den Confed Cup.

Aus Perspektiv- wurde Siegerteam

Erfolgstrainer Joachim Löw stemmte strahlend den goldenen Pokal in die Höhe, seine jungen Himmelsstürmer schossen im Konfetti-Regen fast ungläubig ihre Sieger-Selfies. Als das anfangs verlachte deutsche Perspektivteam seinen märchenhaften Ritt durch den Confed Cup mit dem historischen ersten Titel gekrönt hatte, war der Jubel gewaltig. Das WM-Vorspiel hat Deutschland durch ein 1:0 im Finale von St. Petersburg gegen Chile gewonnen - in einem Jahr soll der erneute WM-Coup folgen.

Löw nach "magischer" Nacht "megastolz"

"Das ist eine absolute Freude. Wir haben drei Wochen lang eine unglaubliche Leistung gezeigt und auch heute um jeden Meter gekämpft", sagte Löw im ZDF-Interview: "Ich bin megastolz auf alle. So ein Finale ist etwas Magisches."

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Höwedes nennt deutsche Mannschaft "Testsieger"

Kapitän Julian Draxler freute sich "endlich, endlich auf den verdienten Urlaub. Und wir nehmen sogar noch einen Pokal mit." Pünktlich zur ersten Ehrenrunde stiegen die Feuerwerksraketen neben dem Stadion in St. Petersburg hoch - daheim jubelten die geschonten Stars mit. "Wie geil ist das denn?", twitterte Mats Hummels Sekunden nach dem Abpfiff. "Das ist wirklich wunderbar!", schrieb Mesut Özil, Benedikt Höwedes nannte die deutsche Mannschaft "Testsieger".

Goretzka und Werner für WM gesetzt

Für Löw waren alle 21 mitgereisten Spieler "Gewinner", doch einige Kicker dürfte ihre Position im Kader mit Blickrichtung WM 2018 deutlich verbessert haben. Leon Goretzka hat den Bundestrainer nicht nur mit seinen drei Toren überzeugt. Ihm traut Löw zu, im Mittelfeld den Etablierten wie Sami Khedira Druck zu machen. Der Schalker dürfte ebenso fest im WM-Zug sitzen wie Timo Werner, der durch seine Schnelligkeit die gegnerische Abwehr gehörig durcheinander wirbelt. Mit drei Toren und zwei Vorlagen hatte er großen Anteil am Turniersieg. Gewinner des Goldenen Schuhs als bester Torschütze des Turniers.

Draxler bester Spieler des Turniers

Auch Julian Draxler, einer von nur drei Weltmeistern im Team, entwickelte sich im Laufe der drei Wochen in Russland zu einer Führungskraft, wurde zudem als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. "Er ist in der Aufgabe gewachsen. Er war ein sehr guter Kapitän", lobte der Bundestrainer den 23-Jährigen. Und ein Unterschätzer war eine feste Größte: Sebastian Rudy stand in jedem Spiel in der Startelf, im Finale als Abfangjäger vor der Abwehr  herausragend. "Seine Ruhe und Souveränität am Ball, gerade auf dieser wichtigen Position, das ist klasse", sagte Löw über den unspektakulären Spieler, der sich in der WM-Saison auch beim FC Bayern durchsetzen will.

Keine Angst vor dem Confed-Cup-Fluch

Mit den Weltmeistern von 2014, den "Gewinnern" des Confed Cups sowie vielleicht dem ein oder anderen Spieler der U21-Nationalelf, die am Freitag den EM-Titel gewonnen hatte, dürfte dem DFB-Team auch vor dem sogenannten Confed-Cup-Fluch nicht bange sein. Es ist ein ungeschriebenes Fußball-Gesetz, demzufolge der Sieger des Kontinentalturniers bei der darauf folgenden WM den Titel nicht gewinnen kann. Von den bislang sieben Siegern der Mini-WM setzte sich niemand auch die WM-Krone auf. "Es ist schön, Regeln zu brechen. Wir waren ja auch die erste europäische Mannschaft, die in Südamerika eine WM gewonnen hat", sagte Teammanager Oliver Bierhoff.  Auf dass der nächste Konfetti-Regen 2018 in Moskau auf die deutsche Nationalelf niederprasselt – nach dem gewonnenen WM-Endspiel.