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Testament schreiben: Das müssen Sie beachten

Erben und vererben: Das sollten Sie wissen
Erben und vererben: Das sollten Sie wissen Rechtsanwältin erklärt, worauf zu achten ist 02:36

(Ver)erben will gelernt sein

Bestimmen Sie selbst, wer nach Ihrem Tode was bekommt. Ein paar Regeln müssen Sie dazu befolgen. Auf der sicheren Seite sind Sie natürlich, wenn Sie einen Notar mit dem Verfassen Ihres Testaments beauftragen. Er ist der Experte und kann in allen Fragen der Erbschaft helfen.

Testament schreiben: Das müssen Sie beachten
Das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen - aber wer soll die Besitztümer erben, und was ist beim Vererben zu beachten? © bilderbox, www.BilderBox.com

Sie können auch selbst ein Testament verfassen - es handelt sich dann um ein sogenanntes 'eigenhändiges Testament'. Das muss unbedingt handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Ort und Datum sind nicht zwingend notwendig, aber Sie sollten beides dennoch angeben. Denn wenn mehrere Testamente existieren, wissen die Hinterbliebenen so, welches das neueste und damit gültige Testament ist.

Damit später nicht das ganze Haus auf den Kopf gestellt werden muss, sollten Sie - sofern möglich - Ihre Erben vorher informieren, wo das Testament liegt. Haben Sie es bei einem Notar hinterlegt oder in Ihrer Wohnung aufbewahrt? Wenn Letzteres zutrifft, wo genau? Sie können es aber auch gleich beim zuständigen Nachlassgericht (Amtsgericht) zur Aufbewahrung einreichen.

Die Testaments-Checkliste hilft

Schreiben Sie im Testament nicht, warum Sie vielleicht den einen Erben bevorzugen. Das führt nur zu Streit. Zudem ist es sinnvoll, zusätzlich eine gedruckte Version anzufertigen. Diese allein ist nichts wert, kann aber bei Zweifelsfragen durchaus nützlich sein und als 'Übersetzungshilfe' dienen.

Vermächtnis

Mit einem Vermächtnis wird vom Erblasser ein bestimmter Teil aus dem gesamten Nachlass herausgenommen und für eine besondere Bestimmung vorgesehen - ein Beispiel: Die Tochter soll den Porsche, das Haus und die Aktien bekommen. Ein Vermächtnis mindert den Nachlass. Für die Aufteilung unter den Erben ist dann weniger da.

Auflagen/Bedingungen

Der Erblasser kann in einem Testament dem Erben gewisse Auflagen auferlegen (die Grabstelle des Erblassers zu pflegen, sich um den Hund zu kümmern, monatlich eine bestimmte Geldsumme an XYZ zu zahlen usw.). Das ist dann rechtlich verpflichtend. Mit einer Bedingung kann der Erblasser eine Rechtsfolge bestimmen, wenn ein zukünftiges Ereignis eintritt. Beispiel: Mein Enkelsohn erbt nur, wenn er das Abitur besteht.

Testamentvollstrecker

Durch einen Testamentsvollstrecker kann der Erblasser weitgehend vermeiden, dass zwischen den Erben Streitigkeiten über die Nachlassverteilung entstehen. Er überwacht zum Beispiel, ob Auflagen erfüllt werden. Das Amt ist anspruchsvoll. Die Person sollte über rechtliches und steuerliches Wissen verfügen und im Nachlass berücksichtigt werden.

Viele sehen die Erbschaftssteuer als notwendiges Übel. Dabei gibt es viele legale Tricks, um Steuern zu vermeiden. Wer den Nachlass früh plant, kann seinen Verwandten viel Geld und auch Ärger ersparen. Das sollten Familien beachten:

1. Immobilien früh übertragen

Durch eine vorweggenommene Erbfolge lassen sich persönliche Steuerfreibeträge optimal nutzen. Der liegt bei Kindern des Erblassers jeweils bei 400.000 Euro, Ehegatten stehen 500.000 Euro Freibetrag zu. Häuser und Grundstücke also möglichst früh an die nächste Generation verschenken - optimal ist eine Schenkung an einen Ehegatten oder Verwandten, der bereits im Haus wohnt. Nicht vergessen: Zur Sicherheit ein unentgeltliches Nutzungsrecht für den Schenker eintragen lassen.

2. Die Lebensversicherung clever nutzen

Falls Ihre Lebensversicherung noch nicht fällig ist, verschenken Sie alle Ansprüche daran. Das Finanzamt darf die Zuwendung dann nur mit zwei Dritteln der gezahlten Prämien oder mit dem Rückkaufswert einstufen. Wichtig: Ein Bezugsrecht einzuräumen, reicht nicht aus.

3. Gütertrennung vereinbart? Schnell ändern

Aus steuerlicher Sicht bietet der Status der 'modifizierten Zugewinngemeinschaft' mehr Vorteile. Hintergrund: Der Zugewinnausgleich muss im Todesfall nicht versteuert werden. Modifiziert wird die Zugewinngemeinschaft für den Fall der Scheidung - lassen Sie festhalten, dass es dann bei der Gütertrennung bleibt.

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