Terrorzelle "Revolution Chemnitz": Tom W. war in Neonazi-Gruppe aktiv

02. Oktober 2018 - 9:47 Uhr

Die Terrorgruppe wollte am Tag der Deutschen Einheit zuschlagen

Man möchte sich gar nicht vorstellen, was alles hätte passieren können, wenn die Männer erfolgreich gewesen wären. Mindestens acht Männer sollen eine rechte Terrorzelle gegründet haben. Sie nannten sich "Revolution Chemnitz" und planten einen Angriff am Tag der Deutschen Einheit. Sie hatten es auf Ausländer, Politiker und Journalisten abgesehen.

Tom W. gehörte zur Chemnitzer Neonaziszene

Bevor es so weit kommen konnte, ließen die Terrorfahnder aber die Handschellen klicken. Sechs Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren wurden verhaftet, ein paar Stunden später noch ein siebter. Ein achter sitzt bereits seit dem 14. September in Untersuchungshaft.

Einer der Terrorverdächtigen ist Tom W. So wie die anderen Mitglieder der Terrorgruppe, gehörte der 30-Jährige zur Chemnitzer Neonaziszene. Tom W. soll schon früher durch seine Gesinnung aufgefallen sein. Bereits 2007 war er in der verbotenen sächsischen Neonazigruppe "Sturm 34" aktiv.

"Revolution Chemnitz" formte sich kurz nach den Übergriffen auf Ausländer

Die Ermittler kamen den mutmaßlichen Rechtsterroristen von "Revolution Chemnitz" auf die Spur, als Sten E., Christian K., Martin H., Marcel W. und Sven W., die ebenfalls der Gruppe angehörten, am 14. September nach einer Demo mit Glasflaschen und Elektroschockern auf Ausländer losgingen. Für die Männer sei das eine Art "Probelauf" für den 3. Oktober gewesen, erklärte die Bundesanwaltschaft.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler soll sich die Gruppe spätestens am 11. September formiert haben – kurz nach den fremdenfeindlichen Protesten und Ausschreitungen in Chemnitz. "Die Kommunikation belegt, dass die Beschuldigten sich bereits intensiv darum bemüht haben, sich Schusswaffen zu besorgen", erklärte Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, dass "Revolution Chemnitz" mehr Terror verbreiten wollte als der NSU.