Terrorverdächtige Jennifer W. bleibt in U-Haft

Justitia-Figur auf dem Gerechtigkeitsbrunnnen auf dem Römerberg. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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19. Dezember 2019 - 16:00 Uhr

Die mutmaßliche IS-Terroristin Jennifer W. bleibt in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht (OLG) München lehnte am Donnerstag einen Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls ab.

Die Frau aus Lohne in Niedersachsen ist wegen Mordes an einem fünfjährigen, jesidischen Sklavenmädchen angeklagt. Sie soll sich im Irak der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen und tatenlos dabei zugesehen haben, wie das Kind verdurstete.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft spricht für die U-Haft unter anderem, dass W. von dort aus weiter Kontakt mit einer Unterstützer-Szene hatte. Auch bestehe weiter dringender Tatverdacht gegen sie. Zudem sieht die Behörde Fluchtgefahr, da W. mit großer Wahrscheinlichkeit untertauchen oder wieder in ein IS-Gebiet ausreisen würde. Dieser Argumentation folgte das OLG.

Die Verteidiger hatten argumentiert, das Verfahren dauere zu lange und durch die Haft werde in Grundrechte eingegriffen. Anwältin Seda Basay-Yildiz sagte nach der Entscheidung des OLG: "Wir werden dagegen in Beschwerde gehen, und zwar noch heute beim Bundesgerichtshof." Dem sogenannten Beschleunigungsgrundsatz zufolge solle einmal die Woche verhandelt werden - und das werde hier seit Monaten nicht gemacht.

Der Prozess gegen die 28-Jährige unter anderem wegen Mordes und Kriegsverbrechen war am 9. April dieses Jahres gestartet und sollte ursprünglich am 30. September zu Ende gehen. Inzwischen hat das Gericht allerdings schon viermal mit weiteren Prozesstagen nachterminiert. Derzeit ist der letzte Verhandlungstag für den 4. Mai geplant. Dann dauert der Prozess länger als ein Jahr.

Quelle: DPA