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Terrorprozess um Bombe am Bonner Bahnhof: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt

03. April 2017 - 14:42 Uhr

Lange Haft für drei Mitangeklagte

Im Terrorprozess um eine Bombe am Bonner Hauptbahnhof und ein islamistisches Mordkomplott ist der Hauptangeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Zusätzlich stellte das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Montag die besondere Schwere der Schuld des 29 Jahre alten Marco G. fest. Drei weitere Angeklagte wurden zu Haftstrafen zwischen neuneinhalb und zwölf Jahren verurteilt.

Er platzierte eine Bombe am Bonner Hautpbahnhof

Polizisten untersuchen am 10.12.2012 am Hauptbahnhof in Bonn (Nordrhein-Westfalen) Reste einer Tasche. Zuvor war eine verdächtige Tasche gezielt gesprengt worden. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Mann die herrenlose Tasche an einem Gleis entdeckt
Am Bonner Hauptbahnhof fand die Polizei "zündfähiges Material".
© dpa, Meike Böschemeyer

Nach mehr als zweieinhalb Jahren Verhandlungsdauer verurteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf Marco G. wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft. Er wird für den am 10.Dezemeber 2012 am Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhof gefunden Sprengsatz verantwortlich gemacht. Polizisten konnten die Bombe mit einem Wassergewehr unschädlich machen.

Geplanter Mordanschlag auf rechtsextremen Politiker

Vier Monate später, im März 2013 soll sich Marco G. (29) dann gemeinsam mit seinen Mitangeklagten Enea B. (46), Koray D. (28) und Tayfun S. (27) auf den Weg nach Leverkusen gemacht haben, um Markus Beisicht, den Chef der rechtsextremen Splitterpartei 'Pro NRW', zu erschießen. Die Partei hatte die Salafisten vor dem Anschlag mit Mohammed-Karikaturen und Demonstrationen vor Moscheen provoziert. Die Polizei konnte den Anschlag in letzter Minute verhindern.

Im Zuge der Ermittlungen zu dem Mordkomplott war Marco G. in Verdacht gekommen, ebenfalls für die Bombe am Bonner Hauptbahnhof verantwortlich zu sein. Er konnte überführt werden, weil die Ermittler DNA seines Sohnes und seiner Frau an dem in Bonn gefundenen Sprengsatz gefunden hatten. Das Oberlandesgericht Düsseldorf stellte bei ihm eine besondere Schwere der Schuld fest. Eine Entlassung nach 15 Jahren ist dadurch ausgeschlossen.

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