Terrorprozess gegen Cuspert-Witwe beginnt in Hamburg

Vor eine Gerichtsgebäude hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild
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22. April 2020 - 15:31 Uhr

Die Witwe des Berliner Gangsterrappers und späteren IS-Terroristen Denis Cuspert (alias Deso Dogg) muss sich ab dem 4. Mai vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht verantworten. Das teilte ein Gerichtssprecher am Mittwoch mit. Die Bundesanwaltschaft wirft der 1984 geborenen Deutsch-Tunesierin Omaima A. unter anderem Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung, schweren Menschenhandel und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

A. soll mit ihren drei minderjährigen Kindern nach Syrien gereist sein, um sich Anfang 2015 mit ihrem damaligen Ehemann dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Sie wird beschuldigt, eine 13-jährige Jesidin als Sklavin gehalten zu haben. Nach dem Tod ihres Mannes hatte sie Cuspert geheiratet.

Laut Anklage hat die 35-Jährige ihre Fürsorge- und Erziehungspflicht gegenüber ihren Kindern gröblich verletzt, indem sie deren körperliche und psychische Entwicklung durch die Reise in das Kampfgebiet gefährdet und sie im Sinne des IS erzogen habe.

Cuspert hatte sich 2014 dem IS angeschlossen. In den USA stand er auf der Terrorliste. Der frühere Rapper wurde Medienberichten zufolge im Januar 2018 in Syrien bei einem Luftangriff getötet. Omaima A. war im September 2019 drei Jahre nach ihrer Rückkehr in Hamburg festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Quelle: DPA