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Terrornetzwerk in der Bundeswehr: Weiterer mutmaßlicher Komplize von Franco A. verhaftet

Terrornetzwerk in der Bundeswehr: Weiterer mutmaßlicher Komplize von Franco A. verhaftet

Rechtsradikales Netzwerk

Die Hinweise, dass der terrorverdächtige Bundeswehrsoldat Franco A. in einem rechtsradikalen Netzwerk aktiv war, verdichten sich immer mehr. Die Bundesanwaltschaft hat nun einen weiteren Soldaten verhaftet. Der 27-jährige Maximilian T. wurde in Kehl festgenommen. Er wird verdächtigt, gemeinsam mit Franco A. und Mathias F. eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet zu haben.

Anschläge auf Gauck und Maas geplant?

Die drei planten offenbar Anschläge auf hochrangige Politiker wie dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Justizminister Heiko Maas und andere Personen des öffentlichen Lebens, die aus Sicht der Verdächtigen eine verfehlte Flüchtlingspolitik verfolgten. Es gab sogar eine Art Todesliste, auf der die Beschuldigten ihre möglichen Opfer festhielten.

"Die Beschuldigten hatten ihre möglichen Anschlagsopfer in einer Liste unter verschiedenen Kategorien erfasst - konkret den Kategorien A, B, C und D", erklärte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Gauck und Maas waren beispielsweise der Kategorie A zugeordnet. Die Ermittler gehen davon aus, dass Maximilian T. die Liste verfasst hat.

Franco A. gab sich als Flüchtling aus

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass Franco A. die Anschläge ausführen sollte. Er hatte sich dazu eine fiktive Identität als syrischer Flüchtling zugelegt. Er ließ sich als Asylsuchender registrieren und führte monatelang ein Parallelleben, ohne dass jemand stutzig wurde. Den Behörden war noch nicht einmal aufgefallen, dass Franco A. gar kein Arabisch, sondern nur gebrochen Französisch sprach. Über Monate hinweg bezog er neben seinem Sold auch noch Asylhilfe.

Franco A. sollte am Tatort der geplanten Anschläge seine Fingerabdrücke hinterlassen, die bei der Registrierung als Flüchtling erfasst wurden. So wollte die Gruppierung den Verdacht auf radikalislamische Asylsuchende lenken und so die öffentliche Stimmung gegen Flüchtlinge anheizen.

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Maximilian T. deckte Franco A.

Der nun verhaftete Oberleutnant Maximilian T. deckte Franco A. offenbar gegenüber den Vorgesetzten, wenn er abwesend war. Das kam immer wieder vor. Denn der in Frankreich stationierte Soldat war immer wieder unterwegs, um die Sozialleistungen, die ihm als angeblichem Flüchtling ausgezahlt wurden, bei den deutschen Behörden abzuholen.

Die Verdächtigen besorgten auch eine Pistole in Österreich, die sie zunächst bei sich versteckten. Mitte Januar fiel Franco A. dann aber den Sicherheitskräften am Flughafen in Wien auf, als er versuchte, die Waffe in einem Putzschacht auf der Behindertentoilette zu verstecken. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie die Fingerabdrücke des Verdächtigen überprüften, die zu einem angeblichen Obsthändler aus Damaskus gehörten. Franco A. und sein Komplize Mathias F. wurden verhaftet. Nun schlugen die Ermittler erneut zu.