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Terroristen sollen sich verschanzt haben

Terroristen sollen sich verschanzt haben

Molotowcocktails und Dschihad-Flaggen gefunden

Die Polizei hat in dem stehengelassenen Fluchtauto der mutmaßlichen Attentäter in Paris Molotowcocktails und Dschihad-Flaggen gefunden. Es gehe um etwa zehn Brandsätze und Fahnen, mit denen zum Heiligen Krieg aufgerufen werde, zitierte die französische Nachrichtenagentur 'AFP' eine Quelle, die mit der Untersuchung vertraut ist.

epa04550283 Two undated handout pictures released by French Police in Paris early 08 January 2015 show Cherif Kouachi, 32, (L) and his brother Said Kouachi, 34, (R) suspected in connection with the shooting attack at the satirical French magazine Charlie Hebdo headquarters in Paris, France, 07 January 2015. French police on 08 January 2015 released an appeal to the public for information, with photos of Cherif Kouachi and his brother, Said Kouachi. EPA/FRENCH POLICE / HANDOUT MANDATORY CREDIT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++
Diese Brüder sollen für den Terrorakt in Paris verantwortlich sein. Sie sind weiter flüchtig.
dpa, Handout

Das zeige, wie radikalisiert die Terroristen seien und dass sie möglicherweise weitere Taten geplant hätten. Bei ihrer Flucht hätten die Attentäter am Mittwoch ihr Auto im Nordosten von Paris stehengelassen, nachdem sie mit einem anderen Wagen zusammengestoßen seien.

Verschiedene Medien berichten auch, dass die Polizei die mutmaßlichen Attentäter bereits eingekesselt habe. Sie sollen sich im Dorf Crepy-en-Valois verschanzt haben.

Die als Haupttäter verdächtigten Brüder Chérif (32) und Said K. (34) sind seit gestern auf der Flucht. Die beiden Tatverdächtigen führen offensichtlich Schnellfeuerwaffen mit sich, heißt es. Die Rede war auch von einer Panzerfaust.

Die französische Polizei hat nach dem Terroranschlag mehrere Verdächtige festgenommen. Französische Medien berichteten, sieben Menschen seien in Gewahrsam genommen worden.

Am Morgen gab es in Paris erneut Schüsse: Dabei wurde das Feuer im Süden der Stadt auf Polizisten eröffnet. Eine Beamtin starb wenige Stunden später. Der Angreifer sei noch auf der Flucht. Ob der Vorfall im Zusammenhang mit dem Anschlag steht, ist noch unklar.

Weltweite Erschütterung

Das Blutbad löste Entsetzen und Abscheu aus. Mehr als 100.000 Franzosen gingen gestern landesweit auf die Straßen, um sich mit 'Charlie Hebdo' zu solidarisieren. Auch weltweit bekundeten Tausende in Städten ihre Solidarität, so etwa in Berlin. US-Präsident Barack Obama, Papst Franziskus und Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigten sich erschüttert. Auch islamische Staaten wie Katar und Muslimverbände verurteilten die Tat.

Mehrere französische Blätter druckten heute eine fast schwarze Seite Eins. Die eher linke 'Libération' schrieb auf schwarzem Grund: "Nous sommes tous Charlie" (Wir sind alle Charlie). Die konservative Zeitung 'Le Figaro' titelt: "La Liberté assassiné" (Die ermordete Freiheit). Das Blatt 'Le Parisien' schrieb auf der Eins: "Ils ne tueront pas la liberté" (Sie werden die Freiheit nicht töten).

Eine Reihe deutscher Zeitungen druckte Mohammed-Karikaturen und andere religionskritische 'Charlie Hebdo'-Zeichnungen nach. Unter der Schlagzeile "Vive la liberté" (Es lebe die Freiheit) bestreitet die Berliner Zeitung 'B.Z.' die gesamte Titelseite ihrer Donnerstagausgabe mit Titelbildern des Magazins. "Wir veröffentlichen die Satire von Charlie Hebdo aus Respekt vor den Ermordeten, die die Meinungsfreiheit verteidigten", heißt es in einer Erklärung der Zeitung an ihre Leser. Auch andere Blätter zeigen Zeichnungen.

Drei französische Medienhäuser sagten der Satirezeitschrift Hilfe zu. Der staatliche Hörfunk und das Fernsehen sowie die Tageszeitung 'Le Monde' erklärten, sie wollen dem Magazin das notwendige Personal und Sachmittel zur Verfügung stellen. Ihre Mitteilung trägt die Überschrift: "Damit Charlie lebt."

Der französische Staatspräsident François Hollande ordnete heute einen Tag der nationalen Trauer an. Er forderte die Franzosen auf, in dieser schweren Zeit zusammenzustehen.