29-Jähriger war bereits verurteilt und hätte am Morgen festgenommen werden sollen

Terroranschlag in Straßburg: Tatverdächtiger Cherif C. soll sich im Gefängnis radikalisiert haben

13. Dezember 2018 - 12:07 Uhr

Frankreich ruft höchste nationale Sicherheitswarnstufe aus

Kurz vor 20 Uhr eröffnet ein Mann nahe dem Weihnachtsmarkt in Straßburg das Feuer. Insgesamt verbreitet er an drei verschiedenen Orten in der Stadt "Terror", wie der französische Innenminister Christophe Castaner beschrieb. Drei Menschen hat der Terroranschlag das Leben gekostet, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Ein viertes Opfer sei hirntot. Zuvor war von drei Todesopfern berichtet worden. Mindestens 13 Menschen sind nach Angaben des Innenministers verletzt, sechs von ihnen schwer. Frankreich hat die höchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen, das bedeutet verschärfte Kontrollen an den Grenzen des Landes. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht.

Todesschütze war in Deutschland und Frankreich bereits verurteilt

Laut dem Minister war der mutmaßliche Täter bereits wegen 27 Delikten in Frankreich und Deutschland verurteilt worden. Er hätte am Dienstagmorgen verhaftet werden sollen. Wie "France Info" unter Berufung auf Polizeiquellen berichtete, wird dem 29-Jährigen versuchter Mord vorgeworfen. Der Radiosender hatte berichtet, dass bei der versuchten Festnahme Stunden vor den Schüssen Handgranaten gefunden worden sein sollen. Das bestätigte der Staatsanwalt Heitz nun.

Am Tatabend lieferte sich der Mann nach Angaben des französischen Innenministers zwei Schusswechsel mit Sicherheitskräften im Patrouilleneinsatz. Zeugenaussagen zufolge rief er während des Anschlags "Allahu akbar", sagte Heitz. Laut den französischen Behörden hat Cherif C. sich im Gefängnis radikalisiert.

Straßburger Innenstadt abgeriegelt: 350 Einsatzkräfte fahnden

Bei der Tat haben vier Militär-Einsatzkräfte versucht, den Attentäter aufzuhalten und ihn dabei am Arm verletzt, sagte Heitz weiter. Demnach hat sich der Täter kurz nach 20 Uhr von einem Taxi wegfahren lassen. 

Weite Teile der Straßburger Innenstadt wurden von Dienstagabend an über Stunden abgeriegelt. Menschen wurden dazu aufgerufen, die Innenstadt in Richtung Norden zu verlassen und nicht in Richtung des südöstlich gelegenen Stadtteils Neudorf zu gehen. Dort war nach dem flüchtigen Tatverdächtigen gefahndet worden. Die Polizei rief die Bürger dazu auf, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen der Sicherheitskräfte zu folgen. Noch in der Nacht zu Mittwoch hat sie vier Bekannte von Cherif C. festgenommen. Sie befinden sich in Gewahrsam.

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350 Einsatzkräfte unterwegs

Die Regierung habe zusätzliche Kräfte mobilisiert, die auf dem Weg nach Straßburg seien, sagte Innenminister Castaner. 350 Einsatzkräfte und mehrere Hubschrauber seien an der Fahndung beteiligt.