Pressekonferenz in Karlsruhe

Terroranschlag in Halle: Attentäter Stephan B. hatte 4 Kilogramm Sprengstoff

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11. Oktober 2019 - 18:04 Uhr

Generalbundesanwalt spricht von Terror in Halle

Der Attentäter von Halle hat vier Kilogramm Sprengstoff mitgeführt, als er seinen Anschlag ausführte. Das hat Generalbundesanwalt Peter Frank in einer Pressekonferenz mitgeteilt. "Was wir gestern erlebt haben, war Terror", sagte er in Karlsruhe. Der Täter habe sich zum Ziel gesetzt, in der Synagoge ein Massaker anzurichten. Stephan B. wird am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt. Der Vorwurf laute zweifacher Mord und neunfacher versuchter Mord, so der Generalbundesanwalt (GBA).

Zwei Tote, Verletzte außer Lebensgefahr

Stephan B. erschoss vor der Synagoge in Halle die 40-jährige Jana L. Sie war leidenschaftlicher Musik-Fan und Autogrammjägerin. In einem Dönerladen starb Kevin S. Der 20-jährige Maler war am Mittwoch in seiner Mittagspause dort. Seine Mutter Mandy S. erfuhr durch ein Video des Täters vom Tod ihres Sohnes.​ Zwei Verletzte wurden in der Uniklinik Halle operiert. Das Krankenhaus vermeldete am Donnerstag, beide Patienten seien außer Lebensgefahr.

Offene Fragen: Gab es Unterstützer oder Mitwisser?

Pressekonferenz zum Terror in Halle: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und Generalbundesanwalt Peter Frank
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und Generalbundesanwalt Peter Frank
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Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit der GBA sprach Bundesjustizministerin Christine Lambrecht von einem "rechtsextremistischen Terroranschlag" eines Einzeltäters. Der Schütze habe aus antisemitischen und rechtsextremistischen Gründen gehandelt, sagte die SPD-Politikerin.

Nach Angaben des Generalbundesanwalts wollte der Täter mit seinem Video und einem Manifest weltweite Wirkung erzielen. Ein Vorbild des Mannes sei der Attentäter von Christchurch gewesen. Es werde jetzt unter anderem der Frage nachgegangen, wie er sich so radikalisieren und sich die Waffen besorgen konnte.

Der Nährboden beginne oft zunächst mit Worten, denen dann Taten folgen. Lambrecht kündigte an, Vorschläge zu machen, wie Internetplattformen verpflichtet werden könnten, rechtsextreme Äußerungen zu verhindern. Man müsse ganz deutlich machen, dass man die Mitmenschen in Deutschland schütze, sagte die Ministerin. Es gehöre zur Staatsräson, dass Juden in Deutschland sicher leben könnten.

Das Protokoll des Anschlags von Halle – jetzt als Doku auf TVNOW.