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Terror-Verdacht in Köln-Chorweiler: Verdächtiger baute Bio-Waffen mit hochgiftigem Rizin

Tunesier baute Bio-Waffen
Tunesier baute Bio-Waffen Terror-Verdacht in Köln 02:00

Haftbefehl gegen 29-jährigen Tunesier Sief Allah H. erlassen

Der Verdacht hat sich bestätigt: Ermittler haben in der Wohnung eines Mannes in Köln hochgiftiges Rizin gefunden. Damit hatte Sief Allah H. bereits Bio-Waffen hergestellt. Doch das Rätselraten um die Absichten des 29-Jährigen und mögliche Terrorpläne geht nun weiter. Der Bundesgerichtshof hatte am Mittwochabend Haftbefehl gegen den Tunesier erlassen. Es bestehe der dringende Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, sagte ein Sprecher des Generalbundesanwaltes. Es gebe jedoch keine Anhaltspunkte für eine "konkretisierte Anschlagplanung" oder eine Mitgliedschaft des Beschuldigten in einer terroristischen Vereinigung. 

Verhinderten Polizeikräfte einen Giftanschlag?

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Die Ermittler untersuchen die Wohnung im Kölner Stadtteil Chorweiler. © imago/Eibner, Benjamin Horn/ Eibner-Pressefoto, imago stock&people

Sicherheitsbehörden waren auf den 29-jährigen Tunesier aufmerksam geworden, weil er sich unter anderem 1.000 Rizinus-Samen und eine elektrische Kaffeemühle bei einem Internet-Versandhändler gekauft hatte. Aus der Samenschale wird das hochgiftige Rizin gewonnen, mit dem der Verdächtige den Bau einer Rizin-Bombe geplant haben soll. "Anfang Juni 2018 setzte der Beschuldigte sein Vorhaben um und stellte erfolgreich Rizin her", teilte die Bundesanwaltschaft mit. "Dieses konnte bei dem Beschuldigten sichergestellt werden." Es sei zwar "nicht abschließend geklärt", ob der Tunesier Sief Allah H. einen islamistisch motivierten Anschlag begehen wollte, hieß es weiter. Aber: "Vor diesem Hintergrund besteht derzeit kein dringender Tatverdacht wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat." Auch Hinweise auf einen Ort oder einen Zeitpunkt für einen möglichen Anschlag gebe es nicht.

Rizin gilt als potenzieller biologischer Kampfstoff. Das Robert-Koch-Institut stuft das leicht erhältliche Mittel aus dem Samen des Wunderbaums als "potenziellen biologischen Kampfstoff" ein. Handel und Umgang mit der Reinsubstanz seien nach dem Chemiewaffen-Übereinkommen von 1997 beschränkt. Laut eines Anti-Terror-Ermittlers handelt es sich bei dem Rizin in Köln um das "größte Gefahrenpotenzial, das jemals in Europa gefunden wurde".

Schon in geringer Konzentration kann Rizin tödlich sein. Sollte das Gift gespritzt werden, wirkt es nach RKI-Angaben binnen 36 bis 48 Stunden tödlich. Rizin schädige Leber und Nieren, der Tod trete durch Multiorganversagen ein.

Wer ist der Verdächtige?

Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express" soll der Tatverdächtige erst im November 2016 nach Deutschland eingereist und polizeilich bislang nicht aufgefallen sein. Staatsschutz und Ermittlungsbehörden hätten einen Hinweis auf den Mann erhalten, der dann observiert worden sei, bis es am Dienstagabend zu seiner Festnahme kam. Spezialkräfte hatten die Wohnung des Mannes, seiner Frau und Kinder in einem Hochhaus am Dienstagabend gestürmt. Auch die schwangere Frau des Verdächtigen war zunächst festgenommen worden. Sie ist aber wieder auf freiem Fuß. 

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Wie kann das sein? So einfach lässt sich eine Bombe bauen Terror-Verdacht in Köln-Chorweiler 01:43

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