Terror-Razzia in Brüssel: Polizei nimmt bei Großeinsatz Terrorverdächtigen fest

22. Juni 2016 - 15:48 Uhr

Insgesamt zwölf Festnahmen bei Großeinsatz

Großer Anti-Terror-Einsatz am in der Nacht zum Samstag in Brüssel: In der belgischen Hauptstadt und anderen Teilen des Landes haben Sicherheitskräfte zahlreiche Verdächtige festgesetzt. Zwölf von ihnen seien laut Staatsanwaltschaft festgenommen worden. Die Polizei hatte in der Nacht dutzende Häuser und Garagen durchsucht. Auch im Umkreis von Brüssel, darunter im Stadtteil Molenbeek, in dem sich vor einigen Monaten einer der Attentäter von Paris versteckt hatte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien jedoch keine Waffen oder Sprengstoff gefunden worden.

Polizeibeamter bei Brüsseler Anti-Terror-Razzia
Mehr als 40 Verdächtige hat die Polizei im Rahmen des Einsatzes vernommen
© picture alliance / dpa, Laurie Dieffembacq

Einem belgischen TV-Sender zufolge sollen die Verdächtigen angeblich einen Anschlag auf das EM- Spiel der belgischen Nationalmannschaft gegen Irland geplant haben.

Bei der Aktion haben die Sicherheitskräfte auch einen 30 Jahre alten Mann festgenommen. Dieser steht im Verdacht, an den Anschlägen auf den Brüsseler Flughafen und einer Metrostation im Europaviertel der Stadt vor knapp drei Monaten beteiligt gewesen zu sein. Dem Mann, der laut Behördenangaben Youssef E.A. heißt, werden von der Staatsanwaltschaft "terroristische" Mode und Mordversuche vorgeworfen. Zudem werde er verdächtigt, an einer terroristischen Vereinigung beteiligt zu sein.

Bei dem Einsatz seien zudem Ereignisse in einem Haus in der Brüsseler Gemeinde Etterbeek "rekonstruiert" worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Das rund zwei Kilometer vom Europaviertel entfernte Haus sei vermutlich vor den Anschlägen vor drei Monaten von den Attentätern als Unterschlupf genutzt worden.

Am 22. März hatten Selbstmordattentäter am Flughafen Brüssel-Zaventem und in der Metrostation Maelbeek insgesamt 32 Menschen mit in den Tod gerissen, mehr als 300 Personen wurden verletzt.