Terror polarisiert: Zehntausende Pegida-Gegner in Leipzig und München, Zulauf für Islam-Gegner in Dresden

25. Januar 2015 - 12:09 Uhr

Kaum Trauerflor auf Pegida-Marsch

Am ersten Montag mit Pegida-Demonstrationen nach der Terrorserie in Frankreich zeigt sich: Die Ereignisse bringen die Deutschen auf die Straße – bei der islamfeindlichen Bewegung in Dresden, aber auch bei vielen Gegenveranstaltungen im ganzen Land. In Leipzig und München stellten sich sogar Zehntausende Menschen den selbsternannten 'Gegnern der Islamisierung des Abendlandes' entgegen.

Legida - Demonstration in Leipzig
Pegida-Gegner in Leipzig - sie waren eindeutig in der Überzahl.
© dpa, Hendrik Schmidt

RTL-Reporter Thomas Präkelt beobachtete den Pegida-Aufmarsch in Dresden, erneut der einzige Ort, wo eine nennenswerte Menschenmenge gegen den Islam demonstrierte. "Etwa 25.000", schätzt Präkelt, folgten dem von zahlreichen Politikern kritisierten Aufruf zu einem Trauermarsch, "deutlich mehr als vergangene Woche". Der Ankündigung mit Blick auf die Terroropfer von Paris mit Trauerflor aufzumarschieren, folgten aber "nur sehr wenige".

Zentrum des Widerstands gegen Pegida war Leipzig, dort stellten sich rund 30.000 Menschen dem Aufmarsch des Pegida-Ablegers Legida entgegen. In München nahmen rund 20.000 Menschen an einer Demonstration unter dem Motto 'München ist bunt' teil. Wie in anderen Großstädten gedachten sie auch der Opfer der Terrorattacken in Paris. Bei einer großen Gegendemonstration in Hannover zählten die Veranstalter 11.000 Teilnehmer, in Berlin 4.000.

Dienstag große Kundgebung der Religionen in Berlin

Die Spitzen von Staat und Gesellschaft wollen am Dienstagabend gemeinsam in Berlin mit den Muslimen in Deutschland gegen islamistischen Terror und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen demonstrieren.

Unter dem Motto "Zusammenstehen - Gesicht zeigen" haben der Zentralrat der Muslime und die Türkische Gemeinde eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor organisiert. Unter anderem ist eine Rede von Bundespräsident Joachim Gauck geplant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte nach den Terroranschlägen in Paris mit 17 Toten vor einer pauschalen Verurteilung der rund vier Millionen Muslime, die in Deutschland leben. Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hatte gesagt, der Islam gehöre zu Deutschland. "Dieser Meinung bin ich auch", sagte Merkel am Montag in Berlin nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu.