„Neue IRA“ bekennt sich

Terror-Organisation tötet Journalistin „aus Versehen“

23. April 2019 - 21:24 Uhr

Polizei verhaftet 57-jährige Frau

Nach dem Tod der nordirischen Journalistin Lyra McKee hat die Polizei heute eine 57-jährige Frau verhaftet. Sie wurde zu Vernehmungen in die Hauptstadt Belfast gebracht und soll mit der Tat in Verbindung stehen.

"Neue IRA" hatte es auf einen Polizisten abgesehen

McKee wurde am 18. April bei Ausschreitungen in der nordirischen Stadt Londonderry durch einen Kopfschuss getötet. Sie stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als sie eine Kugel traf. Die Ermittler bezeichneten die Tat als Mord und riefen die Bevölkerung zur Mithilfe auf, um die Verantwortlichen zu finden.

Die militante Gruppe "Neue IRA" bekannte sich zu der Tat. In einem Bekennerschreiben, das der Zeitung "The Irish News" vorliegt, sprach sie heute allerdings von einem "Versehen". Ihr eigentliches Ziel seien Polizisten gewesen.

"Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand", steht in dem Schreiben. Man wolle sich beim Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden aufrichtig entschuldigen.

„Neue IRA“ kämpft für ein vereintes Irland

Seit etwa sieben Jahren kämpft die "Neue IRA" mit Gewalt für die Vereinigung von Nordirland mit der Republik Irland. Laut irischem Justizministerium besteht die Gruppe aus weniger als 200 Mitgliedern. Doch trotzdem ihrer geringen Zahl gibt es immer wieder Anschläge der katholisch-nationalen Organisation. Erst im März hatte sich die "Neue IRA" dazu bekannt Briefbomben nach London und Glasgow geschickt zu haben.

Sie sieht sich als Nachfolger der Terrorgruppe "IRA", die bis 2005 für ein vereinigtes Irland gekämpft hatte und lehnt das 1998 geschlossene Friedensabkommen ab.