Terror-Anschläge in Afghanistan: Mindestens 25 Tote und viele Verletzte in Kabul

Ein Selbstmordattentäter soll auf einem Motorrad eine erste Detonation ausgelöst haben.
Ein Selbstmordattentäter soll auf einem Motorrad eine erste Detonation ausgelöst haben.
© deutsche presse agentur

30. April 2018 - 14:29 Uhr

Doppelanschlag in der Hauptstadt Kabul

Wieder Terror in Afghanistan: Bei einem Doppelanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Unter den Opfern sind auch mindestens fünf Journalisten, die auf dem Weg zum ersten Anschlagsort waren. Mindestens 49 weitere Menschen wurden verletzt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Offenbar gezielter Angriff auf Journalisten - Attentäter gab sich als Reporter aus

30.04.2018, Afghanistan, Kabul: Sicherheitskräfte versorgen Opfer nach Explosionen. Bei zwei Explosionen in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens sieben Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Einem Polizeisprecher zufolge soll e
Sicherheitskräfte versorgen Opfer nach Explosionen in der afghanischen Hauptstadt Kabul.
© dpa, Massoud Hossaini, MH nwi

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Doppelanschlag über Propagandakanäle im Internet für sich. Die beiden Anschläge in der Hauptstadt wurden kurz hintereinander während des morgendlichen Berufsverkehrs im Viertel Schaschdarak verübt. Ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad habe die erste Detonation an einer Kontrollstelle nahe des Geheimdienstquartiers ausgelöst, sagte Polizeisprecher Hashmat Stanakzay. Bei den Opfern handle es sich um Zivilisten, berichteten Medien unter Berufung auf Sicherheitskräfte. In dem Stadtviertel befinden sich auch die US-Botschaft und das Nato-Hauptquartier.

Wenig später wurde eine zweite Bombe in demselben Stadtviertel in einer Gruppe von Journalisten gezündet, sagte der Polizeisprecher. Dabei seien mehrere Journalisten getötet oder verletzt worden. Der Chef-Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP, Shah Marai, war unter den Todesopfern, wie die Agentur bei Twitter mitteilte.

Der Selbstmordattentäter des zweiten Anschlags hatte sich laut Berichten als Journalist ausgegeben und eine Kamera getragen. Die Bombe explodierte, als Helfer sich um die Verletzten des ersten Anschlags kümmerten. "Dieser Vorfall zeigt, dass Afghanistan, wo es häufig zu Gewalt gegen Reporter und Tötungen von Reportern kommt, das gefährlichste Land für Journalisten ist", sagte der Sprecher des Afghanischen Sicherheitskomitees für Journalisten. Derartige Vorfälle seien eine große Bedrohung für die Meinungs- und Pressefreiheit.

Bei den Explosionen handelt es sich bereits um den achten größeren Anschlag in Kabul seit Jahresanfang. In den ersten vier Monaten des Jahres wurden in der afghanischen Hauptstadt Hunderte Menschen getötet und verletzt.

Elf Kinder bei Selbstmordanschlag im Süden Afghanistans getötet

Zu einem weiteren verheerenden Anschlag kam es im Süden des Landes. Dort hat ein Selbstmordattentäter mindestens elf Kinder mit in den Tod gerissen. Bei dem Anschlag nahe einer Moschee in der Provinz Kandahar wurden zudem 16 weitere Menschen verletzt.

Quelle: dpa/RTL.de