Terminservice, Dauerrezepte und neue Kassenleistungen

Das ändert sich ab 2020 für Patienten

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5. Dezember 2019 - 12:16 Uhr

Kein monatelanges Warten mehr auf den Arzttermin

Monatelanges Warten auf einen Arzttermin? Das soll 2020 endlich vorbei sein - dank der Neuregelungen zu den sogenannten Terminservicestellen. Auch der Gang zum Arzt oder in die Apotheke soll laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen künftig einfacher werden. Und manche Leistungen werden sogar günstiger. Wir erklären Ihnen, welche neuen Gesetze und Regelungen das Jahr 2020 für Patienten bringt.

Eine Nummer für alle Ärzte

Über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen bekamen Patienten schon immer Hilfe bei der Suche nach einem Facharzt. Doch zum Jahreswechsel wird das Angebot ausgeweitet und bundesweit vereinheitlicht: Wer einen Termin braucht, kann künftig rund um die Uhr die 116 117 anrufen. Länger als vier Wochen sollen Patienten dabei nicht warten müssen – ganz egal, ob es um einen Fach-, Haus- oder Kinderarzt geht. Auch in Akutfällen, wie beispielsweise am Wochenende sollen die Servicestellen weiterhelfen.

Dauerrezepte für chronisch Kranke

Unter bestimmten Bedingungen können Patienten mit Pflegegrad oder chronischen Krankheiten beim Arzt künftig eine sogenannte Wiederholungsverordnung bekommen. Vorteil: Ist eine Packung leer, muss man nicht sofort wieder in die Sprechstunde rennen, sondern kann sich das Medikament in der Apotheke einfach noch einmal aushändigen lassen - je nach Verordnung bis zu viermal.

Mehr Geld beim Zahnersatz und Fettabsaugen

Für Zahnersatz gibt es von der Kasse bald etwas mehr Zuschuss – nämlich 60 statt 50, mit Bonusheft sogar bis zu 75 Prozent. Die Regelung tritt aber erst im Oktober 2020 in Kraft.

Und: Fettabsaugen wird 2020 Kassenleistung – allerdings nur probeweise und nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Die Kasse soll künftig bei Patientinnen mit einem schweren Lipödem, einer Fettvermehrungsstörung, das sogenannte Absaugen, bezahlen. Allerdings wird diese Kassenleistung häufig nicht bezahlt. So wie bei Bianca Blome: Ihr bezahlt die 
Krankenkasse keine Lipödem-OP. Der Grund: Sie ist zu dick. 

Gebärmutterhalskrebs: Neues Früherkennungs-Programm

Frauen im Alter zwischen 20 und 65 werden ab 2020 alle fünf Jahre per Post zu einer Früherkennungs-Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs eingeladen. Und auch das Vorsorge-Angebot selbst ändert sich ein wenig: Für Frauen zwischen 20 und 34 gibt es - wie bisher - einmal jährlich den sogenannten Pap-Test. Ab 35 soll eine neue, alle drei Jahre angebotene Kombinationsuntersuchung den bisherigen jährlichen Test ersetzen.

Was der Pap-Test ist, und warum er so wichtig beim Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs ist, erfahren Sie hier.

Apotheke: Botendienste, Grippeimpfung und höherer Notdienstzuschlag

Schon seit Ende Oktober 2019 dürfen Apotheken jederzeit Botendienste anbieten – bisher ging das nur in begründeten Einzelfällen. Nun ist der Botendienst nicht mehr auf den Einzelfall beschränkt. Allein der Kundenwunsch rechtfertigt die Lieferung. Allerdings besteht kein Anspruch auf einen Botendienst.  

Außerdem können Sie sich ab 2020 in der Apotheke gegen die Grippe impfen lassen, zunächst allerdings nur im Rahmen regionaler Modellversuche. Und bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln wird es ein klein wenig teurer, was vor allem die Krankenkassen betrifft: Der Notdienstzuschlag hierfür steigt von 16 auf 21 Cent, bei dokumentationspflichtigen Medikamenten wie Betäubungsmitteln sind es künftig 4,26 statt 2,91 Euro.

Das ändert sich 2020 noch für Verbraucher

Die Bundesregierung hat für das kommende Jahr viele weitere Änderungen auf den Weg gebracht. Viele davon wirken sich positiv auf den Verbraucher aus. Doch nicht alle: Das Fliegen wird wegen steigender Steuern beispielsweise teurer. Hier erfahren Sie, was sich sonst noch alles ändert.