Sieg im deutschen Duell gegen Friedsam

US Open: Starke Kerber in 3. Runde

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© dpa, Frank Franklin, JJ ihe fgj

03. September 2020 - 16:14 Uhr

Kerber in New York eine Runde weiter

Sie legte gegen eine hochmotivierte Gegnerin los wie die Feuerwehr und erledigte auch ihre zweite Turnieraufgabe in einem vor allem im zweiten Durchgang hochklassigen Match ohne Satzverlust: Angelique Kerber hat bei den US Open mit einem 6:3, 7:6 (8:6) im deutschen Duell gegen Anna-Lena Friedsam die dritte Runde erreicht.

Routine Kerbers Trumpf

"Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden, sehr froh, dass ich in der dritten Runde stehe", sagte Kerber bei Eurosport: "Das hätte ich vor ein paar Wochen nicht gedacht." Die Bedingungen bei hoher Luftfeuchtigkeit und geschlossenem Dach seien extrem gewesen: "Ich weiß nicht, wieviel Liter ich ausgeschwitzt habe."

Wie bei ihrem Auftaktsieg gegen die Australierin Alja Tomljanovic hielt Kerber ihre Gegnerin letztlich auf Distanz und punktete in ihrem 50. Grand-Slam-Turnier vor allem mit ihrer Routine. Friedsam, die erstmals überhaupt bei den US Open die erste Runde überstanden hatte, zeigte zu oft Nerven und ließ sich in oft aussichtsreicher Position von Kerber in die Enge drängen.

Rollenverteilung klar

Allerdings hatte Friedsam zu diesem Zeitpunkt bereits bemerkenswerte Chancen auf dem Schläger gehabt. Nach ihrem Aufschlagverlust zum 0:2 führte sie im dritten Spiel mit 40:15, konnte aber insgesamt drei Breakbälle gegen die clever agierende Kerber nicht nutzen. Das gelang ihr im fünften Spiel, als sie ihre Vorhand geduldig auf Kerbers Rückhand schlug und sich das Break zum 2:3-Anschluss erkämpfte.

Ein langgezogenes "Maaaaannnn" von Friedsam verriet wenig später den Unmut der 26-Jährigen. Sie führte bei eigenem Aufschlag mit 40:0, musste aber letztlich das zweite Break zum 2:4 anstatt des 3:3-Ausgleichs quittieren. Kerber spielte clever und mit viel Übersicht, sie zwang Friedsam zu Fehlern, hielt sie ständig in Bewegung und machte die entscheidenden Punkte mit herausragenden Schlägen. Nach 35 Minuten verwandelte die deutsche Nummer eins gegen die Nummer sechs ihren ersten Satzball zum 6:3.

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"Komm jetzt!"

Nach dem ersten Durchgang verließ Friedsam für eine Toilettenpause den Platz, möglicherweise, um ein bisschen runterzukommen und sich neu zu sortieren. Kerber ließ sich davon nicht beeindrucken, in aller Ruhe saß sie auf ihrer Bank und wartete gelassen und im Bewusstsein der eigenen Stärke auf ihre Gegnerin.

Die führte im ersten Spiel des zweiten Satzes bei eigenem Aufschlag mit 40:0 - und kassierte dann das Break zum 0:1. Friedsam blieb cool und revanchierte sich dank einiger Kerber-Fehler mit dem sofortigen Rebreak zum 1:1. Über 2:1, 3:2, 4:3, 5:4 und 6:5 behielt Friedsam die Oberhand im zweiten Satz, mit ihrem bekannten "Komm jetzt!" ermahnte sich Kerber zu mehr Konzentration.

Beim 6:6 ging es in den Tiebreak, Kerbers Trainer Torben Beltz erhob sich erstmals von seinem Platz, Kerber bereitete sich mit Dehnübungen auf die Entscheidung vor, die sie letztlich nach 1:40 Stunden mit ihrem zweiten Matchball erzwang.

SID/RTL.de