Tennisturnier unter strengen Vorkehrungen

Ein Hauch von Wimbledon in Berlin

14. Juli 2020 - 9:38 Uhr

Tennisturnier in Berlin - Deutsche Party fällt aus

Endlich wieder Tennis: Im Steffi-Graf-Stadion in Berlin hat sich die Tennis-Welt für ein Einladungsturnier versammelt – vor Hunderten Zuschauern. Aus sportlicher Sicht war das Turnier allerdings eine Enttäuschung. Alle deutschen Teilnehmer schieden früh aus.

Unter welchen Sicherheitsvorkehrungen in Zeiten von Corona das Turnier stattfindet, zeigt unsere Reporterin oben im Video. 

Video: Haas konnte Gegner "nerven"

Haas scheidet beim Comeback aus

Die glanzvolle Tennis-Party wurde es nicht: Bei der langersehnten Rückkehr auf den Rasen nach der Coronapause verabschiedete sich das deutsche Quartett im Steffi-Graf-Stadion von Berlin schon früh. Jan-Lennard Struff, Tommy Haas und Andrea Petkovic scheiterten bei nur mäßigem Zuschauer-Zuspruch im Viertelfinale, Julia Görges musste nach einer Verletzung aufgeben.

"Das Match hatte ein ordentliches Niveau. Es ist natürlich schade, dass ich verloren habe", sagte Struff nach seiner Niederlage. Die deutsche Nummer zwei aus Warstein verlor gegen den Spanier Roberto Bautista Agut mit 3:6, 6:3 und 7:10 und kann sich nun schon auf das zweite Turnier in Berlin vorbereiten, das ab Freitag im Hangar 6 des ehemaligen Flughafens Tempelhof auf Hartplatz ausgetragen wird.

Rückkehrer Haas (42) zog beim 4:6, 6:3 und 8:10 gegen das erst 18 Jahre alte Top-Talent Jannik Sinner (Italien) den Kürzeren. Besonders im zweiten Satz hielt Haas gut mit. "Ich bin schon sehr zufrieden. Die Beine spüre ich schon sehr", sagte der Oldie.

Noch schlimmer kam es für Görges. Die Weltranglisten-38. aus Bad Oldesloe musste vor rund 300 Zuschauern (800 hätten kommen dürfen) ihr Viertelfinale gegen Anastasija Sevastova (Lettland) beim Stande von 3:6 und 3:4 wegen einer Knöchelverletzung abbrechen.

Hygienemaßnahmen haben höchste Priorität

Das Turnier in Berlin ist nicht nur für die Spieler eine Art Testlauf. Auch die Turniermacher sehen sich als Vorreiter, zumal die Weltverbände ATP und WTA Beobachter in die deutsche Hauptstadt schicken, um Eindrücke für den Start der Männer- und Frauen-Tour ab Anfang August zu sammeln.

"Erste Priorität hat hier das Hygienekonzept", betonte auch Berlins Turnierdirektorin Barbara Rittner. Die Bundestrainerin der deutschen Frauen sah aber auch vor allem beim Spiel von Struff guten Sport. "Die spielen alle voll. Da gibt es nichts mit Hintenherum und durch die Beine. Die wollen einfach richtige Matches spielen", sagte Rittner am Rande des Turniers bei ServusTV.

RTL.de/sid